Vor 50 Jahren wurde die evangelische Matthäuskirche ihrer Bestimmung übergeben

Mitten in der Gemeinde

Ute und Rainer Bätzing teilen sich seit 1993 die „zu 112 Prozent“ ausgefüllte Pfarrstelle, zu der auch die Gemeinden in Allmershausen und Heenes gehören. Foto: Apel

Bad Hersfeld. „50 Jahre alt, aber immer noch jung und sehr lebendig“. Das könnte das Motto sein für das große Gemeindefest, mit dem die evangelische Matthäuskirchengemeinde am morgigen Sonntag ab 11.15 Uhr den 50. Geburtstag ihrer Kirche feiert. Ein bisschen verspätet jedoch, denn die Übergabe des damals am Rande des Stadtteils Kalkobes und heute fast unmittelbar an der Geistalschule gelegenen Gotteshauses erfolgte schon am 27. August 1961.

Über Jahrhunderte hinweg mussten die Kalkobeser - wie die Heeneser und die Allmershäuser auch - nach Hersfeld in die Stadtkirche gehen. Dort fanden alle Amtshandlungen und Gottesdienste statt, denn die drei Dörfer gehörten seit jeher als „Filial“ zur Kirchengemeinde der Lullusstadt. Eine gewisse Eigenständigkeit kam allerdings darin zum Ausdruck, dass in Kalkobes in Wohnhäusern Gebetsstunden für Alte und Gebrechliche abgehalten werden durften. Nach dem ersten Weltkrieg ergab sich sogar die Möglichkeit, Gottesdienste in der „neuen“ Schule des schon bald nach Hersfeld eingemeindeten Dorfes abzuhalten. Auch die verschiedenen Gemeindegruppen konnten sich dort treffen.

Mitten in der Gemeinde

Nach dem zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der Einwohner rund um Kalkobes, in der Homberger Straße, in der Güldenen Kammer und am Nordhang des Frauenberges stark an. „Damit ergab sich“ - wie man bei der Grundsteinlegung für die neue Matthäuskirche am 23. September 1960 formulierte - „die Notwendigkeit, in diesem Stadtteil einen würdigen gottesdienstlichen Raum entstehen zu lassen.“ Zunächst dachte man daran, eine „Kirche auf dem Berge“ oder auf Schulgelände ein Gemeindezentrum zu errichten. Letzten Endes entschied man sich 1957 dann aber für den von allen Seiten gut erreichbaren, mitten im Gemeindegebiet liegenden heutigen Standort, auf dem ab 1959 Pfarrhaus, Gemeinderäume und Kirche in die Höhe wuchsen.

Das Richtfest für die nach Osten ausgerichtete und an dieser Seite mit einem Turm versehenen Kirche fand am 19. Oktober 1960 („Lollsmittwoch“) statt, und vier mit Blumen geschmückte Glocken, die bis heute in den Tönen a’, h’, cis’’ und e’’ erklingen, konnte die Gemeinde am 10. Juni 1961 in Empfang nehmen.

Laut HZ fanden längst nicht alle Anwesenden in der bis zu 280 Personen Platz bietenden Kirche und im Gemeindehaus Platz, als das als besonders schön bezeichnete Gotteshaus in Anwesenheit von Dekan, Propst und Prälat am 27. August 1961 seiner Bestimmung übergeben wurde.

Von Wilfried Apel

Kommentare