Freies Schulessen: SPD beugt sich der RP-Forderung und startet einen neuen Anlauf

Mittagsmahl bleibt Zankapfel

Kreis Hersfeld-Rotenburg. Das von den Sozialdemokraten geforderte freie Schulessen für alle Kinder an Schulen mit pädagogischer Mittagsbetreuung ist seit Ende vergangenen Jahres vom Tisch.

Der Regierungspräsident hatte dem einen Riegel vorgeschoben. Mit Blick auf den defizitären Kreishaushalt ordnete er an, das freie Schulessen zum Jahresende einzustellen. Dem beugten sich die Sozialdemokraten während der jüngsten Sitzung des Kreistags. Jedoch hatten sie noch einen Pfeil im Köcher.

Flugs zauberten die Sozialdemokraten einen Ergänungsantrag zum Haushalt hervor, nachdem das kostenfreie Mittagessen dann ab dem Schuljahr 2011/2012 eingeführt werden soll. Diesem Vorschlag stimmten die Sozialdemokraten sowie jeweils zwei Vertreter von Freier Liste und den Grünen zu. Jetzt soll der Kreisausschuss Konzepte entwickeln, wie der Landkreis Hersfeld-Rotenburg zu einer „Modellregion Schule mit Mittagsversorgung“ und damit Vorreiter zumindest im Bundesland Hessen werden kann.

Unverantwortlich

Dieses Vorgehen sorgte bei Herbert Höttl (CDU) für Unverständnis: „Gerade haben sie die Kürzung der Kreisumlage gefordert, um die Kommunen zu entlasten. Jetzt nehmen sie billigend in Kauf, dass sie durch die Finanzierung des Mittagessens ab 2011 erheblich über die Schulumlage geschröpft werden. Ich verstehe nicht, dass die zur SPD-Fraktion gehörenden Bürgermeister einem solchen Beschluss zustimmen“.

Für die CDU bekräftigte Fraktionsvorsitzender Höttl, dass seine Partei auch künftig die derzeit gängige Praxis unterstütze, wonach bedürftigen Kindern das Essen kostenfrei zur Verfügung gestellt werde. „Ein kostenfreies Essen für alle schadet im Ergebnis mehr, als das es nutzt. Es muss nämlich über neue Schulden finanziert werden“.

Von Mario Reymond

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