Vitalisklinik schloss sich dem Projekt „Donnerstag isst Veggietag“ an

Mittagessen ohne Fleisch

Bei der Essensausgabe: Vitalis-Küchenleiter Bernd Sigwarth serviert Ulrike Schott vom Bund für Umwelt und Naturschutz eines von zwei vegetarischen Gerichten, die auf der Speisekarte der Klinik stehen. Foto: Streck

Bad Hersfeld. Mit der Bad Hersfelder Vitalisklinik beteiligt sich die erste öffentliche Einrichtung in Bad Hersfeld an dem Projekt „Donnerstag isst Veggietag“, die der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) ins Leben gerufen hat: Einmal in der Woche wird fleischlos gekocht und gegessen – der Gesundheit und der Umwelt zuliebe.

Nachdem Restaurants wie das Stadthotel oder das Alte Brauhaus auch schon an dem Projekt teilnehmen, bot die Vitalisklinik nun ihren Patienten zum ersten Mal am Donnerstag dieser Woche ein rein vegetarisches Mittagessen an. Der Veggietag kommt gut an.

Gut für die Atmosphäre

Gründe für das Projekt und damit auch für die Einführung des vegetarischen Tages gibt es genug. So wird die Atmosphäre durch den hohen CO2-Ausstoß belastet, der mit der Viehzucht verbunden ist. Außerdem beugt der Einzelne ernährungsbedingten Stoffwechsel-Krankheiten vor, wenn er seinen Fleischkonsum reduziert.

„Das Projekt wird hier in Bad Hersfeld sehr gut angenommen“, erklärt Ulrike Schott vom Bund für Umwelt und Naturschutz. Das sieht man auch in der Klinik. Die Patienten holen sich zufrieden ihre vegetarischen Mahlzeiten an der Essensausgabe ab und scheinen sich nicht daran zu stören, dass diesmal kein Fleisch auf dem Speiseplan steht.

„Ich finde es gut, wenn hier ernährungstechnisch mal etwas Neues gemacht wird“, erzählt Klaus Behle, ein Patient in der Vitalisklinik. Er ernähre sich zwar zu Hause nicht vegetarisch, habe aber kein Problem damit, dies in der Klinik einmal die Woche zu tun.

Wurst zum Frühstück

Ganz vegetarisch ist der Donnerstag in der Vitalisklinik dann doch nicht, denn zum Frühstück und zum Abendessen wird schon noch Wurst serviert.

Ab Dezember wird dann auch das Klinikum Bad Hersfeld donnerstags vegetarische Mahlzeiten servieren. Grund für die Verzögerung ist, dass erst einmal die neue Küche fertiggestellt werden musste.

Ein Wir-Gefühl entsteht

Aber warum wurde gerade der Donnerstag zum fleischlosen Tag erklärt? Die Antwort darauf ist simpel. Viele Menschen möchten sich nicht jeden Tag mit ihrer Ernährung auseinandersetzen. Ein fester Tag in der Woche erleichtert ihnen die Organisation.

„Wenn man donnerstags den vegetarischen Tag hat, dann entsteht dabei ein Wir-Gefühl“, erklärt Ulrike Schott. Dieses Wir-Gefühl und die Routine würden dann dabei helfen, das fleischfreie Essen zu einer Gewohnheit zu machen.

Wer also für seine eigene Gesundheit und gleichzeitig auch für die Umwelt etwas tun möchte, der isst künftig an jedem Donnerstag vegetarisch.

Von Philip Streck

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