Der SPD-Politiker hat als Schiedsrichter gelernt, mit Menschen und Kritik umzugehen

Kandidaten-Porträt vor der Bürgermeisterwahl: Karsten Vollmar

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Auf dem Spielplatz in Allmershausen verbringen Bürgermeisterkandidat Karsten Vollmar und seine Ehefrau Alexandra viel Zeit – und zwar normalerweise mit Sohn Maximilian. „Hier kann ich auch gut entspannen“, sagt der 38-Jährige.

Bad Hersfeld. Regeln kennen und einhalten, schnelle Entscheidungen treffen und Kritik einstecken: Die Zeit als Fußball-Schiedsrichter habe ihn sehr geprägt, sagt Karsten Vollmar. „Ich habe gelernt, mit völlig unterschiedlichen Menschen umzugehen“, so der Bürgermeisterkandidat der SPD, der inzwischen „nur“ noch stellvertretender Schiri-Chef in Hessen ist, aber nicht mehr selbst zur Pfeife greift.

Spiele bis zur Hessenliga und als Assistent in der dritten Bundesliga hat der 38-Jährige in über 20 Jahren geleitet. Laufen geht der Lehrer zwar auch heute noch ab und zu, „aber die Leistungsprüfung würde ich wohl nicht mehr schaffen“, gibt er lachend zu. Und ob Sportplatz in Asbach oder Allianz-Arena: „Diese Zeit möchte ich nicht missen“, betont er. Im Wahlkampf fehle ihm nun allerdings mitunter das Fairplay.

Den Weg ins Berufsleben habe sein Interesse an Historischem geebnet. „Ich wollte Geschichte studieren und habe mir überlegt, was man damit anfangen kann“, berichtet der Lehrer. Besonders spannend und interessant sei später eine Fortbildung in Ethik gewesen. Denn diese behandele Themen „aus der Mitte des Lebens“.

Seit 2015 ist Vollmar stellvertretender Schulleiter der Gesamtschule Geistal. Die Mischung aus Verwaltung und der Arbeit mit den Schülern bereitet ihm Spaß. „Ich mache das gerne“, sagt der 38-Jährige, der zuvor am Studienseminar in Fulda in der Lehrerausbildung tätig war. „Ich habe meine Wahl nie bereut, auch wenn Lehrer oft belächelt werden“, sagt Vollmar. „Schließlich haben wir mit Kindern und Jugendlichen als wichtigstem Teil der Gesellschaft zu tun.“

Die Familie um sich

Vollmars Frau Alexandra kommt aus Fulda und ist ebenfalls Lehrerin. Kennengelernt haben sich die beiden bei einer Fortbildung. Inzwischen lebt die Familie in Vollmars Heimatort Allmershausen, Sohn Maximilian ist zweieinhalb Jahre alt und bekommt in wenigen Monaten ein Geschwisterchen. Eine Etage tiefer lebt Vollmars Großvater. Die Eltern wohnen schräg gegenüber.

Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, scheint für Vollmar kein allzu großes Problem zu sein. „Wir sind gut organisiert“, sagt er, auch wenn es zu Hause zuweilen ein wenig chaotisch aussehe. Und wenn der Nachwuchs nachts unruhig ist, nutzt der Bürgermeisterkandidat die Zeit auch mal, um E-Mails zu beantworten.

Viel Raum für Hobbys bleibt nicht. Wenn die Zeit es zulässt, hilft der 38-Jährige seinem Opa aber gerne bei der Imkerei. „Das ist ein schönes Hobby mitten in der Natur“, findet Vollmar, dessen Schwiegervater übrigens viele Jahre Oberbürgermeister in Fulda war. Klar, dass die Entscheidung, als Bürgermeister zu kandidieren, nicht ohne den Familienrat getroffen wurde.

In der Kommunalpolitik sei er über seine anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten gelandet, erklärt Vollmar, der in allen Bereichen auf Kommunikation setzt. „Reden hilft“, hat er festgestellt, auf dem Fußballplatz ebenso wie in der Schule und in der Politik.

Und „egal wie die Wahl ausgeht, das Jahr 2016 kommt für mich zu einem guten Abschluss“, sagt Vollmar mit Blick auf den Familienzuwachs. (nm)

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