Lothar Voigtländer komponierte „Si vis pacem“ für die Opernpreisvergabe

Mission für den Frieden

Letzte Besprechungen: Lothar Voigtländer und seine Sopranistin Barbara Schmidt-Gaden sind ein eingespieltes Team. Foto: Becker

Bad Hersfeld. Als sich der künstlerische Leiter Siegfried Heinrich auf die Suche nach einem Komponisten machte, der das Werk für den diesjährigen Festakt der Bad Hersfelder Oper arrangieren würde, hatte er bereits ganz genaue Vorstellungen von dessen Thematik: Im Mittelpunkt sollte der Mauerfall stehen, jährt sich doch die deutsche Einheit in diesem Jahr zum zwanzigsten Mal.

Viel Erfahrung

Heinrichs Wahl fiel schließlich auf Lothar Voigtländer. Der hat erst vor Kurzem einen wichtigen österreichischen Musikpreis gewonnen und kann auch sonst bereits einiges an musikalischer Erfahrung vorweisen. So ist er Professor für Komposition an der Musikhochschule in Dresden und sitzt seit 2006 im Aufsichtsrat der GEMA.

Der Grundidee Heinrichs verpasste Voigtländer noch seine ganz persönliche, kreative Note und weitete das Thema von der deutschen Frage in seinem Werk „Si vis pacem“ (Wenn du Frieden willst) auf ein universales Phänomen aus: Die Sehnsucht und Bitte der Menschen nach Frieden. „Ich habe angefangen, in alten Texten nach dem Aspekt der Bitte um Frieden zu recherchieren“, berichtet Voigtländer, dessen musikalische Wurzeln wie auch die von Siegfried Heinrich im Dresdner Kreuzchor liegen. „Man kann sagen, dass ich mit „Si vis pacem“ eine musikalische Collage zu diesem Thema geschaffen habe. Die Sehnsucht nach Frieden liegt in uns allen.“

Voigtländer ist zum ersten Mal in Bad Hersfeld, zeigt sich aber schon jetzt begeistert von der Kulisse der Stiftsruine. „Es war ein umwerfender erster Eindruck. Die Ruine ist einfach großartig dimensioniert“, schwärmt der Komponist, der sein Verhältnis zu Siegfried Heinrich als „herzlich“ beschreibt.

In die Stimme verliebt

Herzlich ist auch sein Umgang mit seiner Sopranistin Barbara Schmidt-Gaden, mit der er bereits seit drei Jahren zusammenarbeitet. „Als ich sie das erste Mal singen hörte, habe ich mich direkt in ihre Stimme verliebt“, erzählt Voigtländer. „Wenn ein Komponist eine Stimme liebt, dann will er Werke schreiben, die alle Möglichkeiten ihrer Ausdruckskraft ausschöpfen.“

Mit „Si vis pacem“, so glaubt er, sei ihm das schon recht gut gelungen. Dem kann Barbara Schmidt-Gaden nur zustimmen. „Lothar hat einfach ein tolles Gespür für Gesang und Stimme.“

„Si vis pacem“ wird am 15. August um 11.30 Uhr beim Festakt zur Verleihung des Opernpreises in der Stiftsrunine aufgeführt. Es gibt noch Eintrittskarten. Mehr Infos unter www.oper-badhersfeld. de

Von Hannah Becker

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