23-jähriger wird mit elektronischer Fußfessel überwacht

Missbrauch: Mann nach Geständnis freigelassen

Hersfeld-Rotenburg. Der Haftbefehl gegen den 23-Jährigen aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg, dem 42 Fälle von zum Teil schwerem sexuellem Missbrauch vorgeworfen werden, ist bis zur Gerichtsverhandlung außer Vollzug gesetzt worden. Neun Jungen aus den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner sollen die Opfer sein.

Der junge Mann ist bereits seit Februar auf freiem Fuß. Das hat die Vizepräsidentin des Landgerichts Fulda, Michaela Kilian-Bock, auf Anfrage unserer Zeitung mitgeteilt. Noch vor wenigen Tagen hatte die Staatsanwaltschaft erklärt, der junge Mann sei weiterhin in Untersuchungshaft. Der 23-Jährige saß seit Dezember 2011 in Untersuchungshaft. Im Februar hatte sein Anwalt den Antrag gestellt, die U-Haft aufzuheben.

Bei dem Haftprüfungstermin vor der zweiten großen Strafkammer des Landgerichts Fulda hat der Angeklagte die Taten überwiegend gestanden, berichtete Kilian-Bock, die Vorsitzende Richterin der Strafkammer ist. Die Kammer entschied, dass der junge Mann bis zur Gerichtsverhandlung auf freien Fuß kommt. Ihm wurde zur Auflage gemacht, eine elektronische Fußfessel zu tragen.

Mit dieser Fußfessel könne sein Aufenthaltsort elektronisch überwacht werden, betonte Kilian-Bock. Sie sei etwas größer als ein Chip am Bein. Ziehe man die Hose drüber, könne man sie nicht sehen.

„Bei jungen Straftätern sind wir vom Gesetz dazu verpflichtet besonders sorgsam abzuwägen, ob die Untersuchungshaft nötig ist, oder ob man mit einem milderen Mittel dasselbe Ziel erreicht“, erklärte die Vorsitzende Richterin.

Die meisten Taten, die dem jungen Mann aus der Gemeinde Nentershausen vorgeworfen werden, liegen in den Jahren 2008 und 2009, zwei Taten in 2003. Zu diesem Zeitpunkt war der Angeklagte erst 15 Jahre alt.  Zum tage Hintergrund, seite 2

Von René Dupont

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