100 bis 120 Kubikmeter Holz werden jährlich auf dem Lullusfeuer verbrannt

Mischholz für das Fierche

Traditionelles Feuer: Das Anzünden des Fierche soll auf ein Kirchenfest aus dem neunten Jahrhundert zurückgehen. Das Holz für das Lullusfeuer stammt aus den städtischen Wäldern. Foto: Archiv/mcj

Bad Hersfeld. Pünktlich um 12 Uhr wird am Lollsmontag in Bad Hersfeld zur Eröffnung des Lullusfests das „Fierche“ angezündet. Dabei stellen sich jede Menge Fragen rund um das Lullusfeuer.

? Woher kommt das Holz fürs Lullusfeuer?

!Das Holz stammt aus den Reserven der städtischen Wälder. Alles, was sich im Laufe des Jahres an Holzresten angesammelt hat, wird auf dem Lollsfeuer verbrannt.

?Von welchem Baum stammt das Holz?

!Es handelt sich dabei um Mischholz, ein minderwertiges Holz, das nicht weiter verkauft werden kann. Zum Mischholz gehören zum Beispiel Buche, Birke und auch Eiche.

?Wie viel Holz wird insgesamt in der Lollswoche am „Fierche“ verbrannt?

!Dem Feuer fallen jedes Jahr etwa 100 bis 120 Kubikmeter Mischholz zum Opfer.

?Wie oft wird während des Lullusfests Holz nachgelegt?

!Mehrmals am Tag wird das Feuer mit neuem Holz aufgestockt. Insgesamt werden etwa 15 Kubikmeter Holz am Tag nachgelegt.

?Wie viele Leute sind für die Brandwache im Einsatz?

!Rund um die Uhr wechseln sich fünf bis sechs städtische Mitarbeiter in verschiedenen Schichten ab, sodass immer zwei Personen direkt vor Ort sind. Bislang waren nur Männer bei der Brandwache im Einsatz, aber letztes Jahr war zum ersten Mal eine Frau dabei.

?Wie lange ist nach dem Ablöschen noch Hitze auf der Feuerstelle vorhanden?

!Nachdem das Feuer am Sonntagabend mit Erde und Sand gelöscht wurde, dauert es noch ein bis zwei Tage, bis die Hitze abgeklungen ist. Am Sonntag wird schon kein Holz mehr nachgelegt, damit das Feuer abbrennen kann.

?Wieso wird überhaupt ein Feuer angezündet?

!Das Lullusfeuer und das Aufstellen einer Holzhütte sollen sich auf die Zeit eines Kirchenfestes zurückführen lassen, bei dem die Umbettung des Erzbischofs Lullus, Gründer des Benediktinerklosters in Bad Hersfeld, in eine Basilika stattfand. Dieser Anlass führte zu einem jährlich wiederkehrenden Kirchenfest, zu dem viele Gläubige an die Heiligengräber pilgerten. Die Hütte wurde für die Pilger aufgestellt, die keine Unterkunft mehr gefunden hatten. Das Feuer konnte zum Kochen und Aufwärmen genutzt werden.

Von Franziska Sell

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