Tolle Atmosphäre in Bad Hersfeld, aber weniger Übernachtungsgäste in manchen Häusern

Festspiel-Bilanz der Gastronomen und Hoteliers fällt unterschiedlich aus

Bad Hersfeld. Die Bad Hersfelder Festspiele bringen jeden Sommer nicht nur ein besonderes Flair in die Stadt, sondern mit den vielen Gästen auch Geld. Davon profitieren neben dem Einzelhandel vor allem die Gastronomen und Hoteliers. Für dieses Jahr fällt deren Bilanz allerdings unterschiedlich aus.

Mit seiner Premiere als Wirt der traditionsreichen Festspielkantine ist Boris Bütefür zufrieden. „Unser Angebot ist gut angenommen worden, die Frequenz war gut“, sagt Bütefür, wenngleich schöneres Wetter natürlich für eine noch bessere Bilanz gesorgt hätte. „Es ist ein harter Job, aber es hat uns viel Spaß gemacht“, berichtet der Quereinsteiger. Noch bis Ende Oktober hat die Kantine geöffnet. Ob er diese auch nächstes Jahr wieder betreibe, ist laut Bütefür noch offen: „Es gibt Gespräche, mehr kann ich noch nicht sagen.“

Heike Bücking von Bücking Catering als Betreiber der Festspiel-Lounge neben der Stiftsruine ist im Großen und Ganzen ebenfalls zufrieden. „Unser Angebot wurde besser angenommen als im ersten Jahr und die Atmosphäre war toll.“ Auch die neue Terrasse habe den Gästen gefallen. Gefehlt habe allein das schöne Wetter. Sehr ärgerlich seien zudem die vielen Diebstähle und Vandalismusschäden gewesen. „So etwas kostet Geld und Nerven“, so Bücking. Sogar ein Wachmann sei zusammengeschlagen worden.

Ob es die Bücking-Lounge auch 2017 wieder gibt, steht noch nicht fest. Als Konkurrenz zu den anderen Gastrobetrieben sehen sich Bückings übrigens nicht, vielmehr als Ergänzung zum Vorteil der zahlreichen Besucher.

Negative Veränderungen beschreibt Heidrun Viering vom Stadthotel, wenngleich die Stücke und das Flair toll gewesen seien. Durch Blockveranstaltungen wie zehn Tage „Cabaret“ hintereinander seien schon im vergangenen und auch in diesem Jahr die sonst üblichen „Dreitagesgäste“ ausgeblieben. „Das ist ein erheblicher Verlust“, so Viering. Sowohl im Hotel als auch im Restaurant hätten zudem die Stammgäste der entfallenen Oper gefehlt.

Mit der Pause und dem späteren Ende der Stücke sei darüber hinaus das gastronomische Angebot am Abend so gut wie eingeschlafen. „Die Leute wollen entweder gleich nach Hause, trinken an der Ruine noch etwas oder kommen erst so spät, dass es sich nicht rechnet“, erklärt Viering.

Zehn Millionen über Umwege

Weniger Übernachtungen verzeichnete auch Hotelier Achim Kniese, der unter anderem das Romantik Hotel Zum Stern betreibt. Der spätere Beginn der Saison etwa habe im Juni das sonst übliche Firmenkundengeschäft beeinträchtigt. Da viele Besucher offenbar aus dem Regierungsbezirk gekommen seien, habe es aber auch im Juli und August weniger Übernachtungen gegeben. Etabliert habe sich das neue B+F-Hotel am Neumarkt, allerdings zu Lasten der anderen Hotels in Bad Hersfeld. Keinen Zweifel hat Kniese, der auch Vorsitzender des Stadtmarketingvereins ist, indes an der sogenannten Umwegrentabilität des Theaterfestivals: „Ich gehe davon aus, dass die Festspiele der Stadt mindestens zehn Millionen Euro bringen.“

Sehr zufrieden mit den Buchungen ist wiederum Markus Göbel von Göbels Schlosshotel in Friedewald: „Die Tendenz ist seit letztem Jahr steigend.“ Er führt dies auch auf die gute Marketing- und Pressearbeit der Festspiele zurück. Der Bekanntheitsgrad der Veranstaltung habe deutlich zugenommen, meint er. Als „eigentlich immer gut“ bezeichnet Manfred Schmidt vom Haus am Park die Festspielsaion. (nm)

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