Stadt Bad Hersfeld will ein Stimmungsbild zu Haushaltseinsparungen per Bürgerdialog einholen

Millionen einsparen per Mausklick

Aufmerksam lauschten die Bad Hersfelder, als Bürgermeister Thomas Fehling (rechts) den Bürgerdialog erklärte. Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Die Stadt Bad Hersfeld lebt über ihre Verhältnisse. Das erklärte Bürgermeister Thomas Fehling am Freitagabend etwa 70 interessierten Bürgerinnen und Bürgern, als er ihnen den Bürgerdialog zum Haushalt vorstellte. Das erwartete Haushaltsdefizit für das Jahr 2014 liege bei 2,9 Millionen Euro und es werde sich durch die am Freitagmorgen bekannt gewordene Gewerbesteuerrückzahlung in Höhe von 1,6 Millionen Euro weiter vergrößern. Deshalb könne die Stadt nicht einfach so weitermachen. Substanzielle Änderungen seien notwendig.

Er sei angetreten für mehr Transparenz in der Stadtpolitik und wolle mit offenen Karten spielen, sagte Fehling. Da sich offenbar immer mehr Menschen nicht richtig informiert fühlten, sei die Idee zu einer Online-Befragung entstanden, bei der die Bad Hersfelder nun die Möglichkeit hätten, selbst ihre Meinung zu sagen, an welchen Stellen wie gespart werden sollte. Fehling und Frank Effenberger, der das Programm für den Bürgerdialog mit entwickelt hat, luden dazu ein, einfach spielerisch auszuprobieren, welche Konsequenzen welche Änderung für den Haushalt hätten. Auswahlmöglichkeiten gibt es bei 30 konkreten Kostenstellen aus elf Bereichen, unter anderem Steuern, Kinderbetreuung, Kultur, Stadtpflege, Kurbetrieb oder öffentliche Einrichtungen. Wer abstimmen will, kann das jedoch nicht anonym tun, sondern muss seinen Namen und eine gültige E-Mail-Adresse nennen. So sollten Roboter-Abstimmungen verhindert werden, erklärte Effenberger und versicherte, dass die persönlichen Angaben anschließend sofort gelöscht würden. Die Abstimmung ist bis zum 13. November möglich unter: http://bürgerdialog.bad-hersfeld.de

Von Christine Zacharias

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