Ein milder Winter und zwei Bibliotheken

liebe Leserinnen und Leser im Hersfelder Land.

Haben Sie in diesem Winter den Schnee vermisst? Viele Kinder bestimmt, Grundstückseigentümer eher nicht. Die milden Temperaturen sorgten dafür, dass der Winterdienst der Kommunen selten ausrücken musste. In Thüringen wurden nur 39 000 Tonnen Streusalz verbraucht, im Februar letzten Jahres waren es 85 000 Tonnen. Viele Gemeinden und Städte hatten vorgesorgt und sich reichlich mit Streusalz eingedeckt. So wie die Rhönstadt Geisa. 100 Tonnen hat man verbraucht, 200 Tonnen sind noch gebunkert.

In Vacha kamen vier von 30 gelagerten Tonnen auf Straßen, Wege und Plätze. Während der milde Winter für die Kommune eher ein Plus als ein Minus in der Kasse ist, trifft es Bau- und Fuhrunternehmer, die Winterdienstleistungen anbieten, schwer.

Wie eine Bad Salzunger Firma, die 16 000 Euro für Radlader und Schlepper ausgegeben hat und weitere 18 000 Euro für Zubehör wie Schiebeschilder und Streuer. Die Fahrzeuge stehen nun herum und können nicht für andere Arbeiten eingesetzt werden, weil die Winterdienst-Technik montiert ist. Auch die 65 Tonnen Streusalz muss die Firma trocken lagern, denn keiner glaubt mehr an den großen Schneefall in diesem Winter.

Ein ganz anderes Thema: Vachas Bibliothek hat seit letztem Donnerstag wieder geöffnet. Aus Sparzwängen zwar auf ehrenamtlicher Basis, aber das ist der richtige Weg, wenn die Finanzen für freiwillige Aufgaben nicht mehr reichen. Die 300 Nutzer, die es bis zur Schließung der Einrichtung Ende letzten Jahres gab, werden das ehrenamtliche Engagement hoffentlich zu schätzen wissen und die beiden Öffnungstage pro Woche rege nutzen.

In Bad Salzungen hat sich die Stadt- und Kreisbibliothek zu einer beliebten Einrichtung entwickelt. Die Bilanz kann sich sehen lassen. Mit zahlreichen Veranstaltungen, neuen Angeboten und kundenfreundlicheren Öffnungszeiten konnte man im letzten Jahr deutlich mehr Gäste anlocken. Vor allem die neue Samstags-Öffnungszeit kommt bei Familien gut an. Über 83 000 Entleihungen und knapp 2200 aktive Nutzer geben dem Stadtrat Recht, an dieser freiwilligen Aufgabe festzuhalten und jährlich Geld in den Haushalt einzustellen.

Susanne.Moeller@stz-online.de

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