Landwirte sind zuversichtlich – Angst vor Frosteinbruch

Milder Winter lässt das Getreide sprießen

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Hersfeld-Rotenburg. Das milde Winterwetter der vergangenen Tage verschafft den Landwirten im Kreis einen Vorsprung, birgt allerdings auch Gefahren.

„Für das Getreide ist das aktuelle Wetter positiv“, sagt Kreislandwirt Horst Taube aus Blankenheim. Allerdings hätten viele Schadinsekten den milden Winter überstanden. „Man sollte in diesem Jahr ein verstärktes Augenmerk darauf richten“, betont der Kreislandwirt.

„Pilze und Insekten sind bei dem milden Wetter nicht abgestorben. Der Krankheitsdruck steigt, auch eine Mäuseplage ist möglich“, beschreibt Dr. Wolff-Diether Gebauer, Berater bei der Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft im Kreis Hersfeld Rotenburg (AGLW), die Risiken. Auf das Wachstum wirke sich der milde Winter positiv aus.

Allerdings warnt Gebauer davor, zu früh mit dem Düngen zu beginnen. „Normalerweise setzt das Wachstum erst Mitte März ein, in diesem Jahr aber deutlich früher“, erklärt der Diplom-Agraringenieur. Allerdings sei das Wachstum des Getreides auch von der Tageslänge abhängig. Erst bei 13 bis 14 Stunden Tageslicht, also ab Mitte April, bilde die Pflanze Ähren aus. Die zu frühe Düngung fördere hingegen den Aufbau von Blattmasse und Seitentrieben. „Mit zu viel Masse überstehen sie eine mögliche Trockenphase deutlich schlechter“, erklärt der Diplom-Agraringenieur. Für die kommenden Wochen bräuchten die Bauern zunächst Trockenheit für die Aussaat des Sommergetreides, ab Mitte März aber ausreichend Regen, damit der Dünger eingewaschen werde und das ausgesäte Getreide keimen könne. Das Schlechteste, was den Landwirten jetzt passieren könnte, sei ein Frosteinbruch, sind sich Gebauer und Kreislandwirt Horst Taube einig. Nach dem Ende der Winterruhe seien die Zellen mit Wasser gefüllt. Schon ein leichter Frost könne daher großen Schaden anrichten. Zum Tage, Hintergrund

Von Jan-Christoph Eisenberg

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