Zwei junge Männer müssen nach Strandfest-Prügelei zum Anti-Aggressions-Training

Milde Strafen für Schläger

Bad Hersfeld / Rotenburg. Das Amtsgericht Bad Hersfeld hat zwei junge Männer aus Cornberg und Alheim verurteilt, ein Anti-Aggressions-Training zu besuchen. Sie wurden schuldig gesprochen, beim Rotenburger Strandfest im vergangenen Sommer zwei Männer massiv geschlagen und getreten haben, bis einer davon bewusstlos war.

Außerdem verhängte Jugendrichterin Michaela Kilian-Bock gegen die 19 und 20 Jahre alten Angeklagten Geldauflagen von jeweils 200 Euro, die sie ihren Opfern zahlen müssen. Sie folgte mit dem Urteil dem Antrag von Oberamtsanwalt Gerhard Wittich. Das Gericht sah den Vorwurf der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung als erwiesen an.

Tatzeit war die Nacht zum Strandfest-Samstag des vergangenen Jahres, als es gegen 2.30 Uhr eine Auseinandersetzung auf dem Bahnhofsvorplatz gab. Die Angeklagten beteuerten, zuvor von ihren späteren Opfern provoziert worden zu sein. Eine erste Schlägerei zwischen den vier jungen Männern konnte die Polizei noch trennen und die Kontrahenten in entgegengesetzte Richtungen wegschicken.

Die Angeklagten hätten anschließend aber wieder den Weg zu ihren Opfern gefunden. Oberamtsanwalt Wittich stufte das als Absicht ein. Die Angeklagten bestritten jedoch, dass sie die zweite Schlägerei geplant hätten.

In den Bauch getreten

Sie wurde dann deutlich brutaler geführt, berichtete einer der Polizisten, die herbeigerufen worden waren. Die Angeklagten „attackierten die Männer massiv“, sagte er aus. Und die Täter ließen auch nicht von ihren Opfern ab, als diese bereits auf dem Boden lagen. Einer der beiden Geschädigten ist nach Angaben des Beamten bewusstlos gewesen, nachdem er unter anderem in den Bauch getreten wurde.

Trotz dieser Brutalität kamen die Angeklagten mit verhältnismäßig milden Urteilen davon, weil sie während der Tat nachweislich betrunken gewesen sind. Richterin Kilian-Bock sagte: „Es wäre durchaus auch ein Arrest möglich gewesen.“ Der könne aber auch noch folgen, fügte sie mahnend hinzu.

Sollten die Auflagen des Urteils, das nach Jugendrecht ausgesprochen wurde, nicht eingehalten werden, könnte das noch ein weiteres Nachspiel haben. (jvp/mcj)

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