Fachtagung zum Thema „Integration und Arbeitsmarkt“ fand in Bad Hersfeld statt

Migranten arbeiten lassen

Das in Bad Hersfeld erarbeitete Handbuch Integration überreichte die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz (rechts) während der Fachtagung „Integration und Arbeitsmarkt“ an Barbara Schmidt vom Bundesarbeitsministerium. Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Wie funktioniert die Integration von Zugewanderten in der Praxis? In dieser Frage hat der Landkreis Hersfeld-Rotenburg viel Erfahrung und wurde bereits mit dem Integrationspreis der Bundesregierung ausgezeichnet. Außerdem wurde der Landkreis bereits zum zweiten Mal in das Bleiberechtsprogramm zur Integration von Flüchtlingen in den ersten Arbeitsmarkt aufgenommen.

Während einer bundesweiten Fachtagung zum Thema „Integration und Arbeitsmarkt“, zu der die hessische Landesregierung nach Bad Hersfeld eingeladen hatte, stellten die Fachleute aus dem Kreis ihre Erfahrungen und Ergebnisse vor.

Außerdem nutzte die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz die Gelegenheit und überreichte ein erstes Exemplar des Handbuchs Integration an Barbara Schmidt vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Arbeitshilfe

Das Handbuch ist als Arbeitshilfe für die Verwaltungspraxis vom Fachdienst Migration im Landkreis Hersfeld-Rotenburg unter Leitung von Frank Hildebrand zusammengestellt worden. Es soll einen schnellen Überblick über die Gesetzeslage ermöglichen und je nach Bedarf noch Hintergrundinformationen und Gesetzestexte anbieten.

Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem Europäischen Sozialfonds.

Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg wurden in den vergangenen Jahren, so berichtete Frank Hildebrand, mehr als 500 Menschen mit Migrationshintergrund aktiviert. 106 von ihnen wurden auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelt, 144 erhielten zusätzliche Qualifikationen und 138 besuchten Sprachkurse.

Bewährt habe sich, so erläuterte Fachdienstleiter Frank Hildebrand, die Arbeit mit den Flüchtlingen direkt vor Ort in den Asylbewerberunterkünften.

Brauchen ihre Qualifikation

Hildebrand machte auch auf die veränderte Gesetzeslage aufmerksam. Vielfach habe sich noch nicht herumgesprochen, dass seit 2009 auch Asylbewerber arbeiten dürften, wenn sie länger als zwölf Monate in Deutschland lebten. „Wir können Menschen nicht einfach draußen stehen lassen. Wir brauchen auch ihre Qualifikation“, stellte Hildebrand fest.

Von der Integration in den Arbeitsmarkt profitierten alle Beteiligten, machte Barbara Schmidt deutlich. So könne der Bund etwa eine halbe Million Euro pro Jahr sparen, wenn weniger Sozialleistungen für Asylbewerber bezahlt werden müssten.

Weitere Themen der Fachtagung in Bad Hersfeld waren Arbeitsmarktintegration und soziale Netzwerke, eine Vorstellung der Modellregion Integration Offenbach und die Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen.

Von Christine Zacharias

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