Besenreine Industriehallen: Grenzebach BSH gibt Gelände an die Stadt zurück

Mieter räumte pünktlich

Hoheit über das Grenzebach-Areal: Einen überdimensionalen Schlüssel, der im Laserverfahren zurechtgeschnitten wurde, übergab Frank Ullsperger, Mitglied der Geschäftsleitung von Grenzebach BSH (rechts), an den Bad Hersfelder Bürgermeister (links). Die Gabe ist Symbol für die pünktliche Rückgabe des 6,5 Hektar großen Industrie-Geländes an die Stadt Bad Hersfeld. Foto: Hornickel

Bad Hersfeld. Die Stadt Bad Hersfeld ist wieder Herr über das Gelände, in dem vor gut 100 Jahren ein gewichtiges Stück heimischer Industriekultur seinen Lauf nahm.

Frank Ullsperger, Mitglied der Geschäftsleitung von Grenzebach BSH, übergab gestern an Bürgermeister Hartmut H. Boehmer einen mit dem Laser aus einem Blech herausgeschnittenen Schlüssel. Mit dieser „Schlüsselübergabe andersherum“ wurde symbolisiert, dass der Mieter pünktlich ausgezogen ist und damit der Weg vollends frei ist für das städtische Großprojekt der „Wissens- und Erlebniswelt“ im Schilde-Park.

Andererseits ist der Standort des Maschinenbauunternehmens in Bad Hersfeld gesichert. Bereits 2007 wurde das hochmoderne Verwaltungsgebäude Vorm Buchwald bezogen. 2009 zog die Produktion in die neue 10 000 Quadratmeter große Fertigungshalle um.

So mischten sich die Erinnerungen der Kollegen von Grenzebach-Fertigungsleiter Gerhard Schönemann mit der Aufbruchstimmung des Bürgermeisters und dessen Mitarbeitern, die die Hallen aus wilhelminischer Zeit mit neuem wirtschaftlichen und kulturellen Leben erfüllen wollen.

Das Maschinenbau-Unternehmen Grenzebach BSH mit Sitz in Hamlar bei Donauwörth war seit dem Oktober 2002 Mieter der Produktionshallen und Bürogebäude gewesen.

Städtisches Schnäppchen

Zunächst war der Insolvenzverwalter der Babcock-Liegenbschafts AG dabei Partner gewesen. Später rückte die Stadt Bad Hersfeld an diese Stelle. Die Transaktion lief über die Wohnstadt als Sanierungsträger. So wurde aus der Babcock-Konkursmasse das vier Fußballfelder große Gelände samt aller Immobilien zum Schnäppchenpreis von zwei Millionen Euro erworben. Bürgermeister Hartmut Henning Boehmer erklärte zur Feier des Tages, dass die Stadt Bad Hersfeld zur Umgestaltung des Areals in den Schilde-Park bereits vier Förderbescheide mit einem Volumen von 4,3 Millionen Euro erhalten habe. Im Februar kämen weitere acht Millionen Euro aus dem Fonds für europäische Regionalentwicklung (EFRE) ins Haus.

Für den weiteren Rückbau störender Hallen beginnt im kommenden Monat die Ausschreibung. Sind passende Auftragnehmer gefunden, solle noch vor Ostern mit weiteren Abbrucharbeiten begonnen werden, die bis zum Oktober 2010 abgeschlossen sein sollen. Die neue Mittelachse und das Science-Center sollen bis zum September 2011 ebenso verwirklicht sein wie die Parkgarage.

Von Kurt Hornickel

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