Verloren, doch gewonnen

Mehr als elf Prozent verloren und doch gewonnen: Michael Roth (SPD) zog im Wahlkreis 170 mit 40,4 Prozent der Stimmen zum dritten Mal das Direktmandat und wird die Region Hersfeld-Rotenburg/Werra-Meißner im neuen Bundestag vertreten - erstmals jedoch "nur" als Abgeordneter der Opposition.

Mehr als elf Prozent verloren und doch gewonnen: Michael Roth (SPD) zog im Wahlkreis 170 mit 40,4 Prozent der Stimmen zum dritten Mal das Direktmandat und wird die Region Hersfeld-Rotenburg/Werra-Meißner im neuen Bundestag vertreten - erstmals jedoch "nur" als Abgeordneter der Opposition. "Als direkt gewählter Abgeordneter gehöre ich einem exklusiven Club in der SPD-Fraktion an", sagte Roth gestern Abend bei der Wahlparty der unserer Zeitung im Sitzungssaal des Landratsamtes. Er fühle sich jedoch in erster Linie der Region und damit 36 Kommunen in zwei Landkreisen verpflichtet. CDU-Kandidat Helmut Heiderich, der Roths sicheren Listenplatz zum Anlass genommen hatte, mit dem Schlagwort "stärker" für einen zweiten Vertreter der Region in Berlin zu werben, blieb gestern 34,6 Prozent stecken, nur 0,3 % mehr als vor vier Jahren. Der sichtlich enttäuschte Heiderich sprach von einem Angebot, das die Wähler nicht angenommen hätten. Lediglich bis zur Auszählung von 21 der 424 Wahlbezirke hatte der Christdemokrat die Nase vorn gehabt. Dann drehte sich das Ergebnis um und blieb bis zum Ende stabil. Erstaunliche 8,4 Prozent der Erststimmen konnte die Kandidatin der Linken, Mareike Zingsem, holen. Sie lag damit nur überraschend knapp hinter dem Liberalen Thomas Fehling, der auf 9,3 Prozent kam. Für Philip Schmagold von den Grünen stimmten 5,7 Prozent der Wähler. Roths Einzelergebnis lag deutlich über dem Stimmenanteil seiner Partei: Die kam im Wahlkreis nur noch auf 34,4 Prozent, ein Minus von 10,8 Prozent.

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