53-jähriger Hersfelder steht wegen Mordversuchs vor Gericht

Messerattacke: Opfer leidet noch an Folgen

Bad Hersfeld/Fulda. Weil er seine Ehefrau nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft mit zwei Küchenmessern töten wollte, muss sich ein 53-Jähriger aus Bad Hersfeld seit gestern vor dem Landgericht Fulda verantworten. Der Angeklagte entschuldigte sich vor Gericht bei seinem Opfer, erklärte aber, an die Tat könne er sich nicht erinnern.

Der Rahmen der Tat ist unstrittig: Der Angeklagte und seine 46 Jahre alte Frau, die beide in der Türkei aufgewachsen sind, leben seit neun Jahren voneinander getrennt. Sie haben drei gemeinsame Kinder. Am Abend der Tat war die Ehefrau dabei, in ihrer Wohnung Koffer für ihre Kinder und sich zu packen, weil sie am nächsten Morgen gemeinsam in die Türkei fliegen wollten. Der Ehemann ärgerte sich über die Reisepläne seiner Frau, weil er darin nicht einbezogen worden war. Er begab sich in die Wohnung der Ehefrau, die ihn aber völlig ignorierte.

Von nun an unterscheiden sich die Schilderungen von Opfer und Täter grundlegend: Die Frau erklärte gestern vor Gericht, am Tag der Tat hätten beide praktisch nicht miteinander geredet. Plötzlich sei ihr Mann aus dem Wohnzimmer zu ihr in die Küche gekommen und habe stumm und ohne jede Vorwarnung massiv auf sie eingestochen. Wirklich erinnern könne sie sich nur an den ersten Stich und daran, dass sie vergeblich versuchte, beide Messer mit den bloßen Händen festzuhalten. Der Mann ließ erst von seinem Opfer ab, als sich der gemeinsame Sohn auf ihn stürzte.

Die Ehefrau erlitt durch mehr als zehn Stich- und Schnittverletzungen lebensbedrohliche Verletzungen, konnte jedoch nach chirurgischer Versorgung gerettet werden. „Bis heute habe ich Schmerzen ohne Ende und ständig Alpträume“, sagte sie. Ihr Mann sagte hingegen aus, dass er sich an die Tat nicht mehr erinnern könne.

Die Verhandlung wird fortgesetzt. seite 2

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