Mann muss gemeinnützige Arbeit leisten

Messerangriff endete blutig: 39-jähriger Bad Hersfelder vor Gericht 

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Bad Hersfeld. Weil er einen Bekannten in Rotenburg mit einem Taschenmesser attackiert haben soll, musste sich ein 39 Jahre alter Bad Hersfelder jetzt vor Gericht verantworten.

Nach einer einstündigen Gerichtsverhandlung stellte Strafrichterin Sylvia Reidt das Verfahren am Amtsgericht in Bad Hersfeld wegen Körperverletzung gegen eine Auflage von achtzig Stunden gemeinnütziger Arbeit ein. Laut Oberamtsanwältin Silke Röder konnte nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass das Messer des Angeklagten die Verletzungen verursacht hätte. Aus diesem Grund sei diese Auflage angebracht, so Röder weiter.

Dem 39-jährigen Mann wurde vorgeworfen, im November 2013 einen Bekannten in dessen Rotenburger Wohnung grundlos mit seinem Taschenmesser angegriffen zu haben. Dabei wurde das Opfer am linken Arm verletzt und musste noch am selben Abend operiert werden.

Neben dem Opfer blieben jedoch auch einige Zeugen dem jetzigen Verfahren fern. Das erschwerte es, den ohnehin verworrenen Vorfall aufzuklären.

Der damals hinzugerufene Polizeibeamte sagte vor Gericht aus, dass die Lage schon vor Ort unübersichtlich war: „Erst wurde uns gesagt, dass der Angeklagte verletzt sei. Dann fanden wir aber das tatsächliche Opfer mit noch einer blutenden Stichverletzung vor.“

Bis zum Schluss der Verhandlung wurde nicht klar, wer tatsächlich auf das Opfer eingestochen hatte. Mindestens eine damals anwesende Person trug nach Aussage des Angeklagten ebenfalls Taschenmesser bei sich.

Auf die Nachfrage von Richterin Reidt, warum das Opfer ihn und nicht die andere Person beschuldigt habe, hatte der 39-Jährige eine Erklärung: „Ich habe es gewagt, ihm im seinem Haus zu widersprechen.“

Nach dem Genuss von Schnaps und mehreren Tabletten besuchte er das spätere Opfer in dessen Wohnung. Dort kam es zwischen mehreren Personen zum Streit und schließlich zu einem Handgemenge, an dessen Ende das Opfer die Stichverletzungen am Arm erlitt.

Keine Erinnerung an Tat 

„Ich hatte einen Filmriss“, erklärte der Bad Hersfelder seine Erinnerung an die Tat.

Von den Vorwürfen gegen ihn habe er erst später am Abend durch die Polizei erfahren. Der zuständige Beamte fand bei ihm im Verlauf einer Durchsuchung zwei Taschenmesser, die allerdings keine Blutspuren aufwiesen.

„Eine richtige Aussage habe ich von ihm zu diesem Zeitpunkt aber nicht erhalten“, erinnerte sich der Polizist.

Der Angeklagte, der nach Aussage seines Anwalts, Jochen Kreissl, Drogenprobleme hat, bekam die Zusage für einen Therapieplatz. Die gemeinnützige Arbeit muss nach Richterin Reidt innerhalb der nächsten sechs Monate abgeleister werden. (meb)

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