Kreisfeuerwehrverbandstag: Waldhessische Feuerwehren sehr gut aufgestellt

Auf die Menschen zugehen

Sparkassenversicherungs-Generalvertreter Markus Rimbach (Mitte) hatte nicht nur zwei Schecks im Gepäck, sondern auch noch zwei mobile Rauchabschlüsse, mit denen die Ausbreitung von Brandrauch verhindert werden soll. Martin Orf (2. von rechts.) und Patrick Kniest (rechts) nahmen sie in Empfang. Links Thomas Specht und Jürgen Weingarten (2. von links). Foto: Apel

BOSSERODE. Noch ganz unter dem Eindruck der nur wenige Tage zurückliegenden Einsätze in Rotenburg und Bebra stand der Verbandstag des Kreisfeuerwehrverbands Hersfeld-Rotenburg in Bosserode. Er war zugleich der Auftakt zu den Feierlichkeiten anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Bosserode.

Stellvertretend für seine Bürgermeisterkollegen brachte es der Wildecker Beigeordnete Bernd Busch in der festlich dekorierten Mehrzweckhalle vor 161 Feuerwehrdelegierten auf den Punkt: „Weder heute noch in Zukunft können wir auf die Feuerwehren verzichten!“

Kreisverbandsvorsitzender Thomas Specht stellte heraus, dass die Zahl der aktiven Feuerwehrleute stabil geblieben sei. Dennoch sei es wichtig, um Mitglieder zu werben: „Wir müssen Kontakte knüpfen, auf die Menschen zugehen - zum Beispiel mit anpacken, wenn jemand eine Wohnung bezieht, und neu zugezogene Mitbürger gleich einladen bei uns mitzumachen.“ Genauso wichtig sei es, ehrenamtlich tätige Führungskräfte nicht mit der Verantwortung allein zu lassen, Stellvertreter und Nachwuchskräfte in die Arbeit mit einzubeziehen und nicht alles „breitzudemmeln“: „Feuerwehr muss Spaß machen und diejenigen, die vorneweg gehen, müssen unterstützt werden.“

Mit Vehemenz wandte sich Specht gegen immer mehr Verordnungen und Erlasse: „Man sollte es stattdessen mal mit einer Vorschrift versuchen, in der steht, wie ich wieder Feuerwehrleute in die Feuerwehr bekomme.“

In seiner humorvollen Art beleuchtete der erste Mann des Verbandes das in Form eines Seminars abgehaltene Frauentreffen: „Die trinken nicht nur Kaffee, die schaffen auch was“, den von der FFW Asbach ausgerichteten, gut angekommenen Seniorentag: „Wir lassen da immer ein paar Puppen tanzen“, und weitere Aktivitäten. Ausdrücklich dankte er dem Kreisausschuss für die deutliche Erhöhung des pro Aktiven gezahlten Verbandszuschusses.

Kreisjugendwart Bernd Spoelstra bezeichnete die Arbeit der Bambini-Gruppen als gute Grundlage für die Ausbildung in den Jugendwehren. Von soliden Finanzen und einem Überschuss von fast 3000 Euro berichtete Kassierer Thomas Schneemilch.

Lob von allen Seiten gab es für den Großeinsatz der Feuerwehren beim Sägewerksbrand in Rotenburg. Kreisbrandinspektor Jürgen Weingarten forderte zudem dazu auf, die Fernstraße zu „befrieden“ und zu überlegen, ob nicht Veränderungen am 2+1-System vorgenommen werden müssen.

HINTERGRUND

Von Wilfried Apel

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