Renaturierung schreitet voran – Radweg wird verlegt

Für Mensch und Tier: An der Fulda entsteht ein neuer See

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Ehemals Ackerfläche, schon bald ein See: Martin Bode vom Fachbereich Technische Dienste der Stadt Bad Hersfeld mit einem Plan des Vorhabens. Auf der Fläche hinter ihm entsteht ein See als Abzweigung der Fulda, dafür wird der Fuß- und Radwegt, auf dem Bode gerade steht, verlegt. Im Hintergrund ist die B 62 zu sehen.

Bad Hersfeld. Es ist kaum zu übersehen: In der Fuldaaue nahe des Hundesportplatzes entsteht etwas Neues. Auf der Fläche am Rande des Rad- und Fußwegs zwischen der B 62 und der Fulda türmen sich schon seit einigen Wochen große Erdhaufen.

Ein neues Stillgewässer, also ein See, soll dort angelegt und mit der Fulda verbunden werden.

Mit den ersten Arbeiten für diese Renaturierungsmaßnahme ist laut Martin Bode vom Fachbereich Technische Dienste bei der Stadt Bad Hersfeld im November begonnen worden. „Der Oberboden wurde abgeschoben und darunter vorhandene Sande und Lehme entfernt“, erläutert Bode. Sobald wie möglich soll es mit dem Aushub weitergehen. „Rund 28 000 Kubikmeter Boden müssen bewegt werden“, weiß Bode.

An der tiefsten Stelle wird der gut 100 mal 75 Meter große See mit zwei kleinen Inseln etwa 2,50 Meter tief sein.

Das Gewässer samt Inseln und der Bereich rundum sollen dabei nicht nur schön anzusehen sein, sondern auch neuen Lebensraum für Pflanzen und Tiere bieten – etwa Vögel, Fische oder Amphibien.

Im Zuge der Bauarbeiten muss auch der bestehende Fuß- und Radweg an eben jener Stelle verlegt werden. Dieser wird dann hinter dem neuen Stillgewässer unterhalb der B 62 entlangführen. Sitzsteine sollen zum Verweilen und Beobachten der Tier- und Pflanzwelt einladen. Über den Beginn der Sperrung will die Verwaltung rechtzeitig informieren. Auch im Internet sollen die Einschränkungen über den Radroutenplaner Hessen bekannt gegeben werden. Schließlich nutzen auch viele Radtouristen den Weg. Voraussichtlich zwei Monate wird die Sperrung andauern, schätzt Martin Bode.

Finanzielle Förderung

Die Kosten für das Renaturierungsprojekt inklusive der Planung betragen rund 431 000 Euro. Davon werden etwa 80 Prozent über ein Förderprogramm des Landes bezuschusst, das Renaturierungs- und Hochwasserschutzprojekte unterstützt. Den Rest muss die Stadt selbst aufbringen und zudem in Vorleistung treten. Für die Planung zeichnet die WAGU GmbH aus Kassel verantwortlich, die Bauarbeiten übernimmt die Firma Räuber aus Bad Hersfeld.

Fertig sein soll der neue See, wenn alles planmäßig läuft, Ende des Frühjahrs.

Zuletzt war die städtische Fläche, auf der das Stillgewässer entsteht, von einem Pächter landwirtschaftlich genutzt worden. Dieser wurde für den Ausfall entschädigt.

Das neue Stillgewässer ist eine von mehreren Renaturierungsmaßnahmen der Fulda, zu denen unter anderem der Fuldasee gehört. Nachdem die Fulda in den 40er/50er-Jahren extrem begradigt und eng gestaltet wurde, soll der Fluss aus Natur- und Landschaftsgründen nun wieder renaturiert werden, so Martin Bode.

Von Nadine Maaz

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