Ein fleischfreier Tag pro Woche: Mehr als tausend Unterstützer in Bad Hersfeld

Gut für Mensch und Klima

Ulrike Schott, die Initiatorin des Veggie-Tags in Bad Hersfeld, überreicht eine Mappe mit mehr als 1000 Unterschriften an den Schirmherren der Aktion, den städtischen Klimaschutzbeauftragten Guido Spohr. Fotos: Zacharias

Bad Hersfeld. Eine Liste mit mehr als 1000 Unterschriften von Unterstützern des Veggie-Tages überreichte gestern Ulrike Schott, die Initiatorin der Aktion in Bad Hersfeld, an den Klimabeauftragten der Stadt, Guido Spohr. Gleichzeitig stellte Spohr sich als Schirmherr der Stadt für die Aktion vor.

Bad Hersfeld sei die erste Kur- und Festspielstadt, die den Veggie-Tag unterstütze, sagte Spohr. In Hessen ist bisher nur Wiesbaden dabei, in Deutschland sind es unter anderem Bremen und Schweinfurt, international machen zum Beispiel Sao Paulo (Brasilien) und Gent (Belgien) mit.

Die Aktion Veggie-Tag hat es sich zum Ziel gesetzt, den Fleischkonsum zu verringern und einen vegetarischen Tag pro Woche einzuführen. Das kann jeder für sich zu Hause problemlos tun. An der Aktion beteiligen sich aber auch Restaurants, Kliniken, Kantinen und die Jugendherberge (siehe Hintergrund).

Die Gründe, die für den fleischfreien Tag sprechen, sind vielfältig. Ganz wichtig ist der Klimaschutz. Würde man den Veggie-Tag in Deutschland konsequent umsetzen, könnte man mit nur einem Tag in der Woche mehr Treibhausgase einsparen, als wenn man sechs Millionen Autos von der Straße nähme, erklärte Ulrike Schott. Die Treibhausgase werden von den Tieren produziert.

Zudem würde weit weniger Regenwald zerstört, der in Südamerika für den Anbau von Sojabohnen als Viehfutter abgeholzt wird. Deutschland ist laut Schott einer der Hauptimporteure von Soja aus Südamerika.

1,2 Kilogramm Fleisch isst jeder Deutsche durchschnittlich pro Woche. 300 bis 500 Gramm sollten es laut Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sein. Die Folge: Die Menschen werden krank. 400 000 vorzeitige Todesfälle ließen sich jedes Jahr vermeiden, sagte Schott. Das seien fünf mal mehr Tote als im Straßenverkehr.

Nicht zuletzt geht es den Unterstützern des Veggie-Tages auch um die Haltungs-, Transport- und Schlachtbedingungen der Masttiere, die nur leben und sterben, um gegessen zu werden. Zudem könne bei einer Reduzierung des Fleischkonsums der Hunger auf der Welt besser bekämpft werden, erläuterte Schott.

Schirmherr Guido Spohr findet an der Aktion besonders reizvoll, dass so jeder ohne Kosten und großen Aufwand einen Beitrag zum Klimaschutz leisten könne.

Helfer und finanzielle Unterstützung für die rein ehrenamtlich organisierte und finanzierte Aktion sind jederzeit wollkommen. www.veggietag-bad-hersfeld.de

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