250 Dinge (213): Gedenkstätten am Straßenrand

Memento mori – gedenke des Todes

Frische Blumen und Grablichter am Straßenrand zeigen die Trauer der Angehörigen und Freunde. Foto:  Miehe

Kleba. Vielerorts mahnen Kreuze und Blumen am Straßenrand: Hier ist jemand bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen … Immer wieder frische Blumen und brennende Grablichter zeigen, dass dieser Verstorbene unvergessen ist und trauernde Angehörige hinterlassen hat.

Eine Gedenkstätte an der B 454 zwischen Niederaula und Kleba berührt beim Vorbeifahren auf besondere Weise. Hier ist David G. im Mai 2012 mit seinem Motorrad tödlich verunglückt – 26 Jahre alt. Der Unfallhergang blieb im Dunkeln, da es keine Zeugen gab oder sich diese unerkannt verzogen. Dieses Warum, Weshalb und Wieso um die Todesumstände ist für die Eltern bis zum heutigen Tage eine traumatische Frage. Kannten sie ihren Sohn doch als Beifahrer im Auto als vor- und umsichtigen Fahrer. Musste er etwa einem auf die Straße einbiegenden Fahrzeug an der relativ unübersichtlichen Straßenstelle ausweichen? Wie auch immer – einen Tag vorher hatten sie noch miteinander telefoniert, dann überbrachte die Polizei in Begleitung vom örtlichen Pfarrer die Todesnachricht, eine tiefe Erschütterung.

Nur Erinnerung bleibt

So ist ihnen nun nur die Erinnerung an den geliebten Sohn geblieben. Eine besonders intensive Erinnerungsstätte ist den Eltern außer seiner Ruhestätte auf dem örtlichen Friedhof auch die Unfallstelle. Jede Woche besuchen sie die Stelle, wo er verstarb, bringen frische Blumen oder andere Gedenkzeichen und pflegen die Stätte. Auch Memorabilien von Freunden zeugen davon, dass David G. unvergessen ist. Wie auch die anderen Kreuze am Wegesrand mahnt diese Erinnerungsstätte zur Achtsamkeit und zum behutsamen Fahren im Straßenverkehr und führt die Endlichkeit des Lebens vor Augen.

Von Brunhilde Miehe

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