Gitarrist Rick Vito gastierte im Bad Hersfelder Buchcafé

Melodiöse Visitenkarte

65 Jahre alt und kein bisschen leise: Bluesgitarren-Legende Rick Vito bei seinem Auftritt im Bad Hersfelder Buchcafé, wo er schon zum vierten Mal spielte. Foto: Rödiger

Bad Hersfeld. Die Stationen der Musikkarriere des US-amerikanischen Gitarristen und Sängers Rick Vito sind wirklich beeindruckend. Er spielte Blues mit John Mayall und Bluesrock mit den Fabulous Thunderbirds, begleitete unter anderem Roger Mc Guinn, Jackson Browne und Bob Seger und war auch zeitweilig Gitarrist der legendären amerikanischen Superband Fleetwood Mac.

Am Mittwochabend gastierte Rick Vito mit seiner zweiköpfigen deutschen Begleitband zum vierten Mal im Bad Hersfelder Buchcafé. Mit im Gepäck hatte er natürlich wieder jede Menge treibende Bluesrockstücke, die zum größten Teil aus eigener Feder stammen.

Rick Vitos Kompositionen spiegeln den Rock’n’Roll der Fünfziger Jahre, den weißen amerikanischen Blues der Sechziger sowie den lockeren Bluesrock der Hippie-Ära wieder.

Mit „Slide“-Technik

Seine bevorzugte Spielweise auf der E-Gitarre ist dabei die „Slide“-Technik. Hierbei wird seine offen gestimmte E-Gitarre mit einem Metallröhrchen gespielt, dem „Bottleneck“. Es sitzt auf dem kleinen Finger der linken Hand, wird auf die Gitarren-Saiten aufgelegt und gleitet dann über die Bünde des Griffbretts. Dies erzeugt einen sehr charakteristischen Sound, der besonders in der Countrymusik und im Blues häufig Verwendung findet. Sein Slideguitar-Stil ist schlicht und einfach excellent. Rick Vito lässt seine Gitarre regelrecht singen und Geschichten erzählen.

Auch einige Coversongs hatte Rick Vito in sein aktuelles Liveprogramm eingestreut. Er spielte unter anderem Bluesklassiker der afroamerikanischen Blueslegenden John Lee Hooker und Bo Diddley. Die einheimischen Blues- und Rockmusikfans im Konzertsaal des neuen Buchcafés applaudierten wohlwollend nach jeder einzelnen Nummer dieses berühmten Saitenvirtuosen. Das von vielen Zuhörern sehnlichst erwartete „Sahnehäubchen“ des Abends spielte Rick Vito erst als eine von zwei Zugaben.

Klassiker zum Abschluss

Der Instrumentalklassiker „Albatros“, Nummer-1-Superhit der Band Fleetwood Mac aus dem Jahr 1968, ist längst zu Rick Vitos persönlicher musikalischer Visitenkarte geworden und Rick Vito ließ diese wundervoll-melodiöse „Visitenkarte“ sicherlich gerne für sein Bad Hersfelder Publikum auf der Bühne zurück.

Von Werner Rödiger

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