Noch freie Plätze für überbetriebliche Ausbildung bei Pro Waldhessen

Meister der Maschinen

An der Fräse-Maschine: Manuel Luft (links) und Tobias Bube arbeiten an einem Bauteil für einen Schraubstock. Foto: Linke

BAD Hersfeld. Bohren, Fräsen, und Feilen sind nur einige Grundfertigkeiten der Metallverarbeitung, die die Auszubildenden (Azubis) in der gemeinnützigen Ausbildungswerkstatt von Pro Waldhessen in Bad Hersfeld lernen. Für das kommende Ausbildungsjahr, das am ersten August startet, sind noch Plätze frei.

Wasser spritzt, als Manuel Luft (18) und Tobias Bube (19) die Fräse-Maschine starten. Sie fertigen Teile für einen Schreibstock an. Damit später alles zusammenpasst, müssen einige Metallteile so bearbeitet werden, dass eine kleine Stufe von etwa zwei Millimeter entsteht. Die Beiden machen eine Ausbildung zum Industriemechaniker. Manuel Luft ist für ein Jahr, Tobias Bube für zwei Jahre in der Werkstatt.

„Wir nehmen mit diesem Konzept den Betrieben Arbeit ab“, sagt Ausbilder Karl-Heinz Brand. Firmen, die zu wenig Personal zum Ausbilden oder nicht alle Maschinen haben, die für die Ausbildung wichtig sind, können ihre Azubis in die Ausbildungswerkstatt schicken. Dort bleiben sie dann in der Regel zwischen drei und zwölf Monaten. „Zunächst werden die Grundfertigkeiten für die Metallverarbeitung erlernt“, sagt Gerhard Willhardt, Leiter der Werkstatt. Dazu gehört Fräsen, Sägen, Senken, Feilen oder Bohren. Dann erst werden die Auszubildenden mit den Maschinen vertraut gemacht. „Die Arbeit macht Spaß, weil sie abwechslungsreich ist“, sagt Tobias Bube. Außerdem lernen die Auszubildenden verschiedene Schweißverfahren kennen. Zurzeit werden in der Werkstatt 18 Azubis, darunter auch zwei Mädchen, aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg ausgebildet.

Fokus liegt auf Ausbildung

„Wir liefern das Fundament, worauf die Firmen dann aufbauen können“, sagt Brand. Die überbetriebliche Ausbildung habe viele Vorteile: Auszubildende aus unterschiedlichen Betrieben und Bereichen kommen zusammen. In der täglichen Interaktion werde das Gemeinschaftsgefühl gestärkt, Probleme können untereinander gelöst werden. „Durch den Austausch werden zudem Kontakte geknüpft und gepflegt, die der heimischen Industrie zugutekommen“, sagt Brand. Ein weiterer Vorteil sei, dass in der Ausbildungswerkstatt der Fokus auf die jeweilige Berufsausbildung gelegt wird. „In den Betrieben fallen oftmals auch andere Arbeiten an, die von den Azubis dann erledigt werden sollen“, sagt Brand. Die Werkstatt übernimmt auch Auftragsarbeiten sowie Reperaturaufträge von Betrieben. Außerdem können die Abschlussprüfungen Teil I und II in der Ausbildungswerkstatt abgelegt werden.

Die Ausbildungswerkstatt ist immer auf der Suche nach Betrieben, die ihren Lehrlingen diese überbetriebliche Ausbildung anbieten wollen.

Kontakt: Pro Waldhessen, Benno- Schilde-Platz 3, Bad Hersfeld, Gerhard Willhardt/ Karl-Heinz Brand, Tel. 0 66 21/ 7 96 53 30, E-Mail: ausbildung@pro-waldhessen.de

Von Miriam Linke

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