Bad Hersfelder Festspiele 2011: Henrik Forberg ist zuständig für die Lichttechnik

Der Meister des Lichts

Voller Licht: Henrik Forberg sorgt für die stimmungsvolle Untermalung der Inszenierungen, so wie hier in der Schildehalle. Foto:Brandau

Bad Hersfeld. Wochenlang hat er maximal sechs Stunden pro Tag geschlafen. Auf einem Sofa in der Intendanz der Bad Hersfelder Festspiele. Drei morgens und drei nachmittags. Die Nächte hat er sich in der Ruine um die Ohren geschlagen. Henrik Forberg ist der Lichtdesigner der Bad Hersfelder Festspiele. Er bringt Stimmung und Bewegungen in die Inszenierungen.

Kein Problem für den 55-jährigen, der es gewohnt ist unter widrigen Bedingungen zu arbeiten. Während der Jahrhundertflut in Dresden arbeitete er mit Holk Freytag zusammen und schuf mit ihm aus dem Nichts ein Theater. Das Festspielhaus Hellerau diente als Ausweichstätte und Forberg musste fast ohne technische Ausstattung mit dem Feuer spielen. Wäre eines der Geräte wirklich nass geworden, hätte es zu einer Katastrophe kommen können.

Ruine als Herausforderung

Eine ähnliche Situation, wenn auch mit weit geringerer Dramatik, spielte sich bei Hamlet ab. Erst am Premierenabend hatten Forberg und sein Team es geschafft die Rollbühne zu versiegeln, um sie vor Wasser zu schützen. Genau im richtigen Moment, denn während der Premiere goss es wie aus Kübeln. Doch nicht nur der Regen stellte eine Schwierigkeit dar. Da die Ruine unter Denkmalschutz steht, konnte Forberg nur mit einem Scheinwerfer arbeiten. „Ich konnte die vier Stücke nur aus einer Scheinwerferposition beleuchten. Der Rest waren Spezialeffekte.“ In einem Theater gibt es natürlich mehr Möglichkeiten Scheinwerfer anzubringen.

Tagsüber beobachtete Forberg die Proben und nahm sie auf Video auf. Diese schaute er sich immer wieder an, um zu sehen, was die Regisseure verändert haben und wie er darauf reagieren muss. Nachts versuchte er dann die Stimmung durch das Licht zu unterstützen. Die Ausrüstung dafür hatte er sich angemietet. Zusammen mit seinem Team stimmte er jeden Effekt ab und war so lange dabei, bis sein Team die Arbeit übernehmen und er zur nächsten Produktion wechseln konnte.

„Die aufwändigsten Produktion war für mich die Rose“, erklärt Forberg. Es sei schwierig gewesen die Stimmung einzufangen. Hamlet sei technisch eine Herausforderung gewesen. „In Hamlet erzählt mein Licht etwas“, erklärt Forberg, der früher als Seefahrer unterwegs war.

Er und Holk Freytag hätten während der Proben für „Der Name der Rose“ schon fast wie ein altes Ehepaar zusammengearbeitet. Sie kennen sich seit über 15 Jahren. Sie sind ein eingespieltes Team und die Kommunikation läuft per Handzeichen. „Auseinandersetzungen müssen sein“, sagt Forberg. Trotzdem tue er alles um die Inszenierung mit seinen Mitteln zu unterstützen.

Von Lea-Marie Brandau

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