Stephan von Köller begeisterte das Publikum in Breitenbach/H. mit raffinierten Tricks

Meister der Illusion

Rund 500 Besucher konnten sich am Wochenende im Klarteckst-Theater-Treff in Breitenbach am Herzberg vom Deutschen Meister der Illusion, Stephan von Köller, in drei Vorstellungen verzaubern lassen. Foto: Löwenberger

Breitenbach/H. Der Stein im Schuh, der den Protagonisten auf der Hermannsbühne im Breitenbacher Theater-Treff drückt, erweist sich nach dem Ausziehen als ausgewachsener Schuhspanner, und auch als der entfernt ist, lässt sich der Schuh nicht wieder anziehen, weil noch ein Glas darin steckt, gefüllt mit frischem Orangensaft.

Ausverkauftes Haus

Gleich drei Mal ist der Zauberkünstler Stephan von Köller am Wochenende im ausverkauften Klarteckst-Theater-Treff in Breitenbach am Herzberg aufgetreten, und jedes Mal versetzte er das Publikum in Erstaunen.

Der Filzstift verdoppelt beim Abziehen der Schutzkappe seine Größe, Fingerringe lösen sich in Luft auf, um plötzlich in zugeklebten Briefumschlägen wieder zu erscheinen, und eine von einem Besucher signierte Spielkarte findet sich unerwartet in einer von einem anderen Besucher fest verschlossen gehaltenen Schatulle wieder.

Geduldig und ohne jede Hektik erklärt Stephan von Köller den Gästen, wie Sie aus „einem Seil mit zwei gleichlangen Enden und einer mitgelieferten Mitte, wie man es in jedem Baumarkt kaufen kann“ durch einfaches Durchschneiden – mit oder ohne Schere – zwei gleichlange Seile machen können, die dann plötzlich sehr unterschiedlich lang sind, zu einem geschlossenen Ring zusammen wachsen um kurz darauf wieder zu einem Seil mit zwei gleichlangen – na Sie wissen schon – zu werden.

Das alles passiert quasi nebenbei, während der Deutsche Meister der Illusion locker dahin plaudert, scheinbar genau erklärt, wie das alles funktioniert und sich sicher ist, dass nach seinen Erläuterungen ein Jeder in der Lage ist, die Seiltricks auf der nächsten privaten Party zeigen zu können. Zwei Mal gut eine Stunde begeisterte der Zauberkünstler aus Fulda in seiner einzigartigen Art sein Publikum, mal als der große Star und Zampano auf der Bühne, mal wie der nette Junge von nebenan im heimischen Wohnzimmer. Neben Staunen und Unglaube, Heiterkeit und Lachen spürt man förmlich, wie es in den rund 120 Zuschauerköpfen arbeitet und glüht.

Gedanken fahren Achterbahn

Die Frage „Wie geht das“ setzt sich fest, kämpft kontinuierlich gegen die Feststellung „das kann nicht sein“, weil das, was man da mit eigenen Augen sieht, so gar nicht mit all den Erfahrungen des täglichen Lebens zusammen passen will. Die Gedanken der Zuschauer fahren sprichwörtlich Achterbahn.

Dabei ist der Künstler immer ganz nah bei seinem Publikum. Selbst wenn er auf der Bühne steht, scheint er irgendwie immer mitten drin, reagiert auf das was in den Reihen passiert und holt sich ganz charmant den einen oder anderen auf die Bühne. Bloßgestellt wird dabei niemand, wohl aber manches Mal ganz gewaltig überrascht.

Am Ende seiner Show präsentiert sich Stephan von Köller jeweils mit einer „Großen Nummer“, wie sie auf den berühmten Showbühnen der Welt gezeigt werden – Las Vegas in Breitenbach.

Nächstes Jahr wird er wieder auf die Hermannsbühne kommen. Das hat Stephan von Köller versprochen – für die, die es in diesem Jahr verpasst haben, und für die, die noch einmal die Tricks mit dem Seil unter die Lupe nehmen wollen oder müssen, damit sie sie dann demnächst selbst vorführen können.

Von Bernd Löwenberger

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