Zweite Grand Piano Night begeisterte rund 200 Zuhörer

Meister des Boogie

Axel Zwingenberger

Bad hersfeld. Das hohe Lob kam aus berufenem Munde: Diese zweite Bad Hersfelder Grand Piano Night sei eine tolle Initiative, die hoffentlich in den kommenden Jahren einen festen Platz im Veranstaltungskalender finden möge.

Diesen Worten von Star-Pianist Axel Zwingenberger aus Hamburg dürften sich die gut 200 Zuhörer uneingeschränkt angeschlossen haben, die am Sonntagabend in die Stadthalle gekommen waren und die dort erlebten, wie lebendig Boogie und Blues klingen können.

Axel Zwingenberger, Organisator Jan Luley (Bad Hersfeld) und Nachwuchspianist Michael van den Valentyn (Wiesbaden) haben sich den Klängen verschrieben, wie sie in den 20er- und 30er-Jahren etwa in New Orleans und Chicago zu hören gewesen sind: dem rollenden und rockenden Achtel-Beat, durchsetzt mit Anleihen an Blues, Ragtime, Swing und kreolisch-karibische Rhythmen. Wobei in Bad Hersfeld nicht unbedingt die bekannten Standards auf dem Programm standen, sondern nicht minder reizvolle und mitreißende Kompositionen, wie sie später unter anderem Ray Charles oder Fats Domino beeinflusst haben.

Noch einen drauf

Hatten van den Valentyn und Luley während einer ersten Hälfte das äußerst sachkundige Publikum eingespielt, setzte Zwingenberger im zweiten Durchgang noch einen drauf. Er hatte die Zuhörer dank seiner Virtuosität spätestens nach dem dritten Lied voll im Griff und von den Plätzen gerissen.

Die hohe Spielkunst des Trios, gepaart mit großer Lust und Laune, offenbarte sich nochmals zum Finale, als demonstriert wurde, dass man sehr wohl auch zu dritt am Piano sitzen und rasant-raffinierte Boogie-Improvisationen zu zaubern vermag.

Zu steril

Es wäre wünschenswert, wenn die Hoffnung von Axel Zwingenberger erfüllt würde und die „Bad Hersfelder Grand Piano Night“ noch viele Wiederholungen erfährt. Vielleicht findet sich ja – auch im Umkreis – eine Kneipe, in der dann ein solches Klangfeuerwerk abgebrannt werden kann. Denn für solch erdigen Boogie und Blues ist die Bad Hersfelder Stadthalle irgendwie zu steril.

Von Bertram Lenz

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