Wartelisten für Krippenplätze gibt es in Bad Hersfeld und Rotenburg

Die meisten werden nicht nervös

Hersfeld-Rotenburg. Ganz unterschiedlich sind die Städte und Gemeinden im Kreis auf den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für unter Dreijährige ab 2013 vorbereitet. Wir hörten uns bei einigen um.

„Wir erfüllen den Rechtsanspruch schon jetzt“, erklärt der Wildecker Bürgermeister Jürgen Grau. Das Ziel verfolge man schon länger, alle politischen Parteien unterstützen es, sagte Grau. So gibt es in Hönebach zehn Plätze in einer Krippe, in Obersuhl seien weitere zehn genehmigt. Ab dem kommenden Jahr will man weiteren Bedarf mit einer altersübergreifenden Gruppe abfangen.

Auch in Bad Hersfeld geht man davon aus, den Rechtsanspruch erfüllen zu können, wenn man 2012 eine weitere Gruppe aufmache. Es sei aber die Frage, ob die Quote von 35 Prozent ausreiche, sagte Horst Gerlich, Referent des Bürgermeisters und Bereichsleiter. Zurzeit stehen 100 Kinder auf der Warteliste. Da die Krippenplätze gebührenfrei seien, habe man einen Riesenzulauf, so Gerlich.

In Kirchheim gibt es seit dem Sommer zwei Krippengruppen mit 14 Kindern, sechs Plätze sind momentan noch frei. „Wir sind gut gerüstet“, sagt Bürgermeister Manfred Koch. Man sei flexibel und könne bei Bedarf reagieren. So erweitere man ab Januar auch die Öffnungszeit bis zunächst 17 Uhr. Koch kritisiert, die gebeutelten Kommunen würden mit der Finanzierung allein gelassen.

Auch in Bebra ist man vorbereitet. Man versteht sich als familienfreundliche Stadt und habe keine Sorge, die Quote erfüllen zu können, sagte Bürgermeister Horst Groß. Man habe genügend Kapazitäten, um die Nachfrage in einem überschaubaren Zeitrahmen zu erfüllen, erklärte ergänzend Uli Rathmann von der Stadtjugendpflege. So gibt es eine als Verein organisierte Krippe, die am Kindergarten am Bünberg angesiedelt ist. Mit Unterstützung von Bund und Land wurde dort extra angebaut. Nun werden 27 Kinder zeitlich flexibel betreut.

Außerdem gibt es in anderen Bebraer Kindergärten altersübergreifende Gruppen. Trotz der Tendenz, die Kinder immer früher in eine Einrichtung zu geben, werde man nicht nervös, sagte Rathmann.

In Heringen wurde eine neue Krippe mit zwei Gruppen gebaut und im Frühjahr eingeweiht. „Eine dritte Gruppe hätten wir gebraucht“, sagt Bürgermeister Hans Ries. Die Krippe sei kostenfrei und wenn die Nachfrage steige, werde man sie erfüllen, erklärt Ries mit Stolz auf das gute Angebot in Heringen.

In Rotenburg gibt es zurzeit 32 Plätze, die alle belegt sind. Weitere Kinder stehen auf der Warteliste. Zwei weitere Gruppen sind in Planung. Dazu soll das Dachgeschoss der Lispenhäuser Kindertagesstätte ausgebaut werden, berichtet Bürgermeister Manfred Fehr. Es werde schwierig, dem Anspruch gerecht zu werden, baulich und personell. Vier Erzieher/innen würden noch gesucht. „35 Prozent werden wir vielleicht schaffen, aber das wird nicht reichen“, sagt Fehr.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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