Stadtwerke-Chef Markus Gilbert reagiert auf Gaspreis-Kritik der Bürgerinitiative

Meist günstiger als andere

Markus Gilbert

Bad Hersfeld. Die Energiepreise der Stadtwerke Bad Hersfeld brauchen den Vergleich mit anderen Anbietern nicht zu scheuen: Sowohl beim Erdgas wie auch beim Strom sind die Preise des städtischen Versorgers niedrig. Eine Familie mit durchschnittlichem Verbrauch, die in Bad Hersfeld Strom und Gas von ihren Stadtwerken bezieht, bezahlt dafür weniger als beispielsweise in Rotenburg, Bebra, Fulda, Kassel oder Eschwege.

Mit diesen Feststellungen reagierte Markus Gilbert, Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Hersfeld GmbH, auf die Kritik der „Bürgerinitiative für faire Gaspreise“, die in einer Pressemitteilung angesichts fallender Preise für Erdöl niedrigere Tarife auch für die Gaskunden in Bad Hersfeld und Umgebung angemahnt hatte. Die BI hatte zudem auf Senkungen des Strompreises bei einigen Mitbewerbern der Stadtwerke verwiesen.

„Das sind meist die, die vor einem Jahr erhöht haben“, entgegnet Gilbert und verweist darauf, dass die Stadtwerke seit Anfang 2012 bei Gas und Anfang 2013 bei Strom auf jede Anhebung verzichtet hätten – auch in Zeiten steigender Energiepreise oder staatlicher Umlagen.

Mit Discountern wolle man sich nicht vergleichen, erklärt Gilbert. Die Mitarbeiter, die gerade jetzt nach der Jahresabrechnung zahlreiche Kundenfragen beantworten und Änderungswünsche möglich machen, lieferten auch einen deutlich anderen Service als der Telefoncomputer eines Billiganbieters. Dennoch sei ein wettbewerbsfähiger Preis stets das Ziel. Und da hätten sich die Stadtwerke auch beim Grundpreis – der vom jeweiligen Marktführer jedem Kunden angeboten werden muss – nichts vorzuwerfen: Beim Gas sei man sogar hessenweit unter den günstigsten Anbietern.

Nicht verwerflich

Um ihren Kunden auch künftig günstige und faire Preise anbieten zu können, kaufen die Stadtwerke derzeit schon Kontingente für das Jahr 2016 ein. Dabei geht es dem Versorger auch um langfristige (Preis-)Sicherheit für die Abnehmer.

Dass die Stadtwerke damit unter dem Strich auch noch Geld verdienen – und zum größten Teil an die Stadt abführen –, hält Gilbert nicht für verwerflich. „Es werden mit dem Gewinn keine privaten Reichtümer angehäuft oder Kohlekraftwerke in Tschechien finanziert“, sagt Gilbert, vielmehr werde das Geld den Eigentümern zur Verfügung gestellt und fließe über sie unter anderem in die Daseinsvorsorge. Im Übrigen sei die Verwendung keine Entscheidung seines Betriebes, sondern werde von den städtischen Gremien getroffen.

Die Sichtweise der BI kann Markus Gilbert auch deshalb nicht nachvollziehen, weil die Stadtwerke im Wettbewerb zu vielen anderen Versorgern stehen. Offenbar mit Erfolg: Nicht wenige Kunden, die in den letzten Jahren zu anderen Anbietern gewechselt hätten, seien später wieder zu den Stadtwerken zurückgekehrt – darunter auch einer der Sprecher der BI.

Von Karl Schönholtz

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