Opernfestspiele: Die junge Südkoreanerin spielt die Gilda in Verdis Oper „Rigoletto“

„Mein Leben besteht aus Musik“

Die 27-jährige Sujin Veronica Lee spielt bei den Bad Hersfelder Opernfestspielen die Gilda in „Rigoletto“. Foto: Schiller

Bad Hersfeld. Über das ganze Gesicht strahlend erzählt Sujin Veronica Lee von ihrem Leben als Solistin bei der Oper und ihrer bisherigen Karriere. Ihr Geburtsname ist Sujin Lee, was auf deutsch übersetzt „die Beste“ bedeutet. „Veronica“ ist ihr katholischer Name, den sie später als Künstlernamen hinzugefügt hat.

Singen als Kindheitstraum

Die 27-jährige Südkoreanerin aus Seoul spielt diese Saison die Gilda in der Oper „Rigoletto“. „Mein Leben besteht nur aus Musik. Ich wollte nie etwas anderes als zu singen“, erzählt Sujin Lee. Mit neun Jahren hat sie schon im Kinderchor gesungen. Das machte sie vier Jahre lang. Auf der Sunhwa Art Middle School/Highschool lernte sie Gesang und führte ihre Ausbildung von 2003 bis 2007 an der Yonsei Universität in Seoul fort.

Im Jahr 2007 kam sie nach Deutschland und lebt seitdem in Berlin. Dort war sie 2008 an der Universität der Künste und kam 2009 nach Frankfurt am Main, um ihren Master in Operngesang zu machen. Nächstes Jahr schließt sie ihre Ausbildung mit Konzertexamen ab.

Aus armen Verhältnissen

In „Rigoletto“ spielt sie die Rolle der Gilda, eines 15-jährigen Mädchen aus armen Verhältnissen. „Bei mir zu Hause ist es ähnlich – nicht gleich, aber ähnlich“, erzählt die Solistin. Sie spielt ihre Rolle mit Freude und Begeisterung. Ihre Gesangslehrerin hat ihr die Bad Hersfelder Opernfestspiele empfohlen, woraufhin sie das Casting besuchte und genommen wurde.

Sujin Lee ist begeistert von Deutschland und freut sich, in Bad Hersfeld zu sein. „Ich habe die Stadt schon mit dem Fahrrad erkundet und besonders gut gefällt mir die Stiftsruine mit der großen Bühne, auf der ich spielen darf“, berichtet die junge Asiatin. Sie ist aufgeregt und sehr gespannt auf die Premiere und die ganze Saison.

Die Opernfestspiele sind ihr erstes festes Engagement. „Die Leute hier, vor allem die Regisseure, sind wie eine große Familie für mich.“ Sie ist glücklich, dass alle so nett zu ihr sind. Die Zusammenarbeit bereitet ihr jedenfalls sehr viel Spaß.

Von Jana Schiller

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