18 Bürger des Landkreises ließen sich zu ehrenamtlichen Betreuern ausbilden

Mehr Zeit für Demenzkranke

Wissen in 35 Stunden: Die erfolgreichen Teilnehmer der Schulung für Demenzbetreuung im Alter von 18 bis 65 Jahren. Foto: nh

Hersfeld-Rotenburg. Die Adventswochen nutzten 18 Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Hersfeld-Rotenburg nicht nur für Weihnachtsvorbereitungen, sondern auch, um sich für ihr zukünftiges Ehrenamt fit zu machen.

35 Stunden lang ließen sie sich von Fachkräften der Senioren-Beratung Waldhessen für die ehrenamtliche Demenzbetreuung schulen. Ein Zertifikat belohnte die Teilnehmer im Alter zwischen 18 und 65 Jahren für ihren Einsatz.

Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz ließ es sich nicht nehmen, den engagierten Nachwuchs-Helfern die Auszeichnung, verbunden mit den besten Wünschen für eine erfolgreiche Arbeit, eigenhändig zu überreichen. „Unsere Gesellschaft braucht Freiwillige wie Sie“, sagte Künholz und verwies auf die stark steigenden Zahlen von Demenzerkrankungen. Professionelle Hilfestrukturen seien unabdingbar, so Künholz, doch reichten sie allein nicht aus, um dem hohen Betreuungsbedarf von Menschen mit Demenz gerecht zu werden.

Ehrenamtliches Engagement entwickele sich mehr und mehr zu einem wichtigen Stützpfeiler in der Versorgung von Erkrankten und trage zum Wohl der Betroffenen, aber auch zur Entlastung der pflegenden Angehörigen bei.

Bereits seit mehreren Jahren unterstützt die Senioren-Beratung Waldhessen den Ausbau von ehrenamtlichen Betreuungsangeboten im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Regelmäßig Schulungen

Für das eigene Demenzprojekt „Perspektiven haben“, und bei entsprechenden Kapazitäten auch für andere Anbieter von ambulanten Betreuungsleistungen, bietet die Beratungseinrichtung des Landkreises regelmäßig Schulungen zur ehrenamtlichen Demenzbetreuung an.

Neben Grundwissen zum Krankheitsbild und zur Ersten Hilfe werden unter anderem geeignete Umgangs- und Kommunikationstechniken vermittelt und Möglichkeiten der individuellen körperlichen und geistigen Aktivierung vorgestellt.

Zum Einsatz kommen die geschulten Helfer in der Gruppenbetreuung sowie in der häuslichen Einzelbetreuung von Menschen mit Demenz. Pflege und hauswirtschaftliche Tätigkeiten gehören nicht zum Aufgabenbereich der Ehrenamtlichen, die für ihren Einsatz eine Aufwandsentschädigung erhalten.

Vielmehr spenden sie Menschen mit Demenz Zeit und Zuwendung, regen Erinnerungen an und aktivieren gezielt die vorhandenen körperlichen und geistigen Fähigkeiten.

Pflegenden Angehörigen bietet das Betreuungsangebot die Möglichkeit, sich für einige Stunden aus dem Pflegealltag zurückzuziehen und etwas für das eigene Wohlbefinden zu tun.

Die Finanzierung von Gruppen- oder häuslicher Einzelbetreuung von Menschen mit Demenz übernimmt in aller Regel die Pflegekasse.

Informationen zum Betreuungsangebot gibt es bei der Senioren-Beratung Waldhessen unter den Telefonnummern 06623/81763 und 81765. (red)

Kommentare