Autobahnanschluss bei Sorga wäre „nicht zielführend“ – Stadt und ASV einig

Mehr statt weniger Verkehr

Martin Bode

Bad Hersfeld. „Eine Autobahnanschlussstelle bei Sorga würde mit einiger Sicherheit eher mehr Verkehr in der Ortslage bedeuten als weniger.“ Diese überraschende Feststellung trifft Martin Bode, Fachbereichsleiter Technische Dienste bei der Stadt Bad Hersfeld. Auch der Kreistag hatte sich über einen Beschluss vom vergangenen November mit einer zusätzlichen Auf- und Abfahrt nahe des Hersfelder Stadtteils beschäftigt. Von einer Anschlussstelle erhoffte man sich eine Entlastung für die vom Durchgangsverkehr geplagten Anwohner.

Nach jüngsten Zählungen wäre ein Sorgaer Anschluss der A4 an die Bundesstraße 62 jedoch aller Voraussicht nach „nicht zielführend“, so die Ansicht der Stadtverwaltung. Die wesentliche Erkenntnis der an vier Tagen im September und November 2010 vorgenommenen Erhebungen war nämlich, dass das Verkehrsgeschehen auf der Bundesstraße höchst sensibel auf Ereignisse auf der Autobahn reagiert. Soll heißen: Bei Sperrungen und Stau – in diesem Abschnitt nicht gerade selten – weicht der Schwerlastverkehr sofort auf die B 62 aus. Die Sensibilität der Bundesstraße wird auch vom Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) in Eschwege so gesehen.

Verkehrsverlagerung

Ergebnisse der Verkehrszählungen und die Einschätzung des Verkehrsaufkommens auf der B 62 waren auch Gegenstand der Sitzung des Stadtplanungs- und Umweltausschusses in der vergangenen Woche.

„Wenn wir das Ventil eines Anschlusses bei Sorga aufmachen, dann ist zu befürchten, dass sich insbesondere der Schwerlastverkehr verlagert,“ sieht Martin Bode beispielsweise die Verlockung einer Abkürzung zur Autobahn Richtung Kassel.

An der Einmündung der Wiesenstraße hat die Stadt jedoch nicht nur gezählt, sondern auch die gefahrenen Geschwindigkeiten gemessen. Das Niveau war laut Bode „nicht bedrohlich hoch“, die Masse der Überschreitungen lag im Bereich bis 58 km/h. Erlaubt sind innerorts 50 km/h. Statt auf kostenträchtige stationäre Blitzanlagen setzt die Stadt auf blinkende Warntafeln. Das ist auch mit dem Ortsbeirat Ende letzten Jahres schon vorbesprochen worden. Der Ortsbeirat wird bei allen Maßnahmen direkt mit einbezogen, versicherte Bode.

Von Karl Schönholtz

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