Kriminalstatistik 2011 Kreis: Weniger Einbrüche, Gewalt bleibt

Mehr Sicherheit trotz Mord und Totschlag

Hersfeld-Rotenburg. Sechs Menschen haben im vergangenen Jahr im Landkreis direkt oder nach Gewalttaten ihr Leben eingebüßt. Das trübt die Bilanz der Kriminalpolizei im Landkreis Hersfeld-Rotenburg für das Jahr 2011, die gestern Kriminaloberdirektor Klaus Wittich vorstellte.

Insgesamt sank die Zahl der Straftaten im Vergleich zu 2010 von 6474 auf 6133 Delikte, und mit einer Aufklärungsquote von 61,7 Prozent schneidet die Polizei drei Prozent besser ab als der Landesdurchschnitt (58,8 %)

Vor zehn Jahren hatte die Kriminalpolizei im Kreis zuletzt mit einem Tötungsdelikt zu tun, als sie die blutigen Taten des Kannibalen von Rotenburg aufklären musste. In diesem Jahr kam es für die Beamten des K 10 knüppeldick.

• In Rotensee tötete im Sommer ein Familienvater Frau und Tochter, um sich danach selbst zu richten.

• In Kirchheim schoss zur Adventszeit ein Hausbesitzer seinen Mieter nieder und beging Selbstmord.

• Wenig später tötete ein 36-Jähriger in Bad Hersfeld seine 42-Jährige Lebensgefährtin mit 50 Messerstichen.

„Die Art der Kriminalität ändert sich“, sagte Kriminaloberdirektor Klaus Wittich. Klassische Diebstähle und räuberische Überfälle gehen seit dem Beginn der 90er Jahre zurück. Dafür ist die Internetkriminalität auf dem Vormarsch, Entwicklungen auf die die Polizei reagiert hat.

Unverändert ist das Niveau im Bereich der Körperverletzung. Dabei gab es 573 Fälle, wovon sich 160 Fälle im häuslichen Bereich zutrugen. Kriminaloberdirektor Wittich sieht dabei einen „Korridor“ an Delikten, der aus einem festen Prozentsatz von Kirmesschlägereien gebildet wird. Ein Verdienst der polizeilichen Präventionsarbeit ist der Rückgang der Wohnungseinbrüche um 19 Prozent. Sogar um ein Viertel ging die Zahl der Einbrüche zurück, die am helllichten Tag verübt wurden. 

Von Kurt Hornickel

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