Komiker und Imitator Jörg Knör singt, tanzt, musiziert und schlüpft in viele Rollen

Mehr Promis als bei Wetten dass

Zwei Stunden lang gab Comedian und Parodist Jörg Knör alles in der Stadthalle. Rund 160 Zuschauer waren gekommen, um sich das „Alles nur Show“-Programm des 53-Jährigen anzusehen. Foto:  Deppe

Bad Hersfeld. „Sechs Millionen Zuschauer hat diese Show verdient“ steht auf dem Plakat zur „Alles nur Show“-Tour des Comedians Jörg Knör. Immerhin 160 Zuschauer waren es am Donnerstagabend in der Bad Hersfelder Stadthalle – und die wurden abwechslungsreich unterhalten.

Jörg Knör singt, tanzt, malt, spielt Instrumente und biedert sich direkt zu Beginn beim Publikum an. Das Kennzeichenkürzel HEF stehe für „Hier entstehen Freundschaften“, sagt er. Und für die Festspiele im Sommer will sich der 53-Jährige auch direkt bewerben – als Blasmusiker. Als Kostprobe spielt er einen kleinen Reigen bekannter Filmmelodien.

Der Papst und seine Frau

Doch die Begeisterung des Publikums wird erst richtig entfacht, als Knör in die Rollen Anderer schlüpft und seine größte Stärke ausspielt: Die Parodie bekannter Persönlichkeiten aus Showbusiness, Politik und Kultur. „Heute Abend sind hier mehr Promis versammelt als in der nächsten Wetten-dass-Sendung mit Markus Lanz“, heißt es passenderweise im Intro. Lässig rauchend gibt er Altkanzler Helmut Schmidt, der sich mit breitem Hamburger Akzent über Kanzlerkandidat Peer Steinbrück amüsiert. Als Johannes Heesters verfällt er im Himmel in ein Zwiegespräch mit Gott, dem er das Du anbietet – weil er bestimmt der ältere sei.

Denn auch vor dem Thema Religion macht der gebürtige Wuppertaler nicht Halt. Während er Papst Johannes Paul II. gut fand („und seine Frau war ja wohl auch sehr nett“), unterstellt er Papst Benedikt eine übertriebene Reiselust: Entweder im „Holycopter“ oder in seinem Papamobil mit den Vorhängen, „damit man die Kindersitze nicht sieht“.

Merkelbild in der Küche

Einige der Prominenten – an kaum einem lässt er ein gutes Haar – portraitiert Knör gekonnt mit wenigen Filzstiftstrichen auf einem Flipchart. Die Bilder verschenkt er ans Publikum, zusammen mit Tipps zur Weiterverwendung. Das Konterfei Angela Merkels sei zum Beispiel in der Küche gut platziert – zum Eierabschrecken.

Und so singt und tanzt sich Knör durch sein Programm, animiert die Zuschauer zum Mitsingen und Mitklatschen. Und das Publikum – der Großteil jenseits der 50 Jahre – macht mit. Er dankt es ihnen mit Zugaben und Autogrammstunde nach der Show.

Von Lasse Deppe

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