Jan Reinhard arbeitet an elektrotechnischer Ausstattung für neuen THM-Standort mit

Mehr Praxis geht nicht: THM-Student plant neue Hörsäle mit

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Praktisches Lehrobjekt: Elektrotechnik-Student Jan Reinhard mit Thomas Buick von der Ausbildungsfirma Rauschenberg Ingenieur GmbH und Prof. Dr.-Ing. Werner Bonath von der THM (von links) vor dem alten Verwaltungsgebäude der Benno-Schilde AG, in das die Hochschule nach der Sanierung einziehen wird. Aktuell finden dort Abbrucharbeiten statt.

Bad Hersfeld. Aus dem Hörsaal für den Hörsaal: Für Jan Reinhard aus Eiterfeld war die jüngste Praxisphase seines dualen Studiums der Elektrotechnik an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) eine ganz besondere Erfahrung. Denn der 24-Jährige plante sozusagen die Seminarräume seiner zukünftigen Kommilitonen mit.

Die THM wird bekanntlich in das alte Verwaltungsgebäude der Benno-Schilde AG einziehen, und dort die zweite und dritte Etage nutzen. Mit der Elektroplanung für das gesamte Objekt haben die städtischen Wirtschaftsbetriebe als Bauherr Reinhards Ausbildungsbetrieb, die Rauschenberg Ingenieure GmbH aus Steinbach, beauftragt.

Da traf es sich gut, dass bei dem 24-Jährigen gerade eine von mehreren Praxisphasen im Studium bevorstand. Der Eiterfelder hat sein duales Studium nach der klassischen Ausbildung zum Elektriker auf dem Bau begonnen und ist mittlerweile im dritten Semester. „Die Planung von Gebäuden hat mich schon immer interessiert“, berichtet der 24-Jährige, der jedoch erstmal etwas „Handfestes“ machen wollte. Zusammen mit Projektleiter Thomas Buick machte sich der Eiterfelder an die Arbeit.

Unter anderem ging es um die Frage, welche Beleuchtung für welche Arbeitsbereiche benötigt wird, aber auch die sinnvolle Verteilung von Steckdosen und Datenanschlüssen muss vorab genau geplant werden.

„Im PC-Arbeitsraum sollte jede Arbeitsplatzreihe über eine separate Absicherung des Stromkreises verfügen“, erklärt Reinhard. So fielen nicht gleich alle Rechner aus, wenn es mal Probleme gibt. Wichtig seien auch eigene Anschlüsse für W-Lan-Router, denn bisher funktioniere das W-Lan auf dem Flur meist besser als in den Semirräumen der THM, weiß der Student aus eigener Erfahrung.

Aus alt mach neu: Jan Reinhard mit einer Unterverteilung, die demontiert werden muss.

Die Beleuchtung muss nicht nur an die Deckenstruktur angepasst werden, sondern auch den Normwerten für unterschiedliche Nutzungen entsprechen. „An PC-Arbeitsplätzen sind andere Lichtverhältnisse erforderlich als im Lagerraum“, verdeutlicht Reinhard. Alle Überlegungen galt es schließlich auf Papier zu bringen und mit dem Bauherrn, dem Architekten und den Nutzern abzustimmen.

Eine besondere Herausforderung sei dabei die Kabel- und Leitungsführung, da aus brandschutztechnischen Gründen keine Leitungen im Deckenhohlraum zwischen neuer Stahlkonstruktion und Bestandskonstruktion verlegt werden dürften, erklärt Buick.

„Eine so enge Verknüpfung von Theorie und Praxis ist natürlich auch aus Sicht des Hochschullehrers zu begrüßen“, freut sich Studiengang-leiter Prof. Dr.-Ing. Werner Bonath. „Elektrische Gebäudetechnik wird zudem immer wichtiger.“ Reinhard selbst wird die neuen Räumlichkeiten samt „seiner“ Elektroplanung aber wohl nicht mehr nutzen können, denn bis zum Umzug plant er, sein Studium abgeschlossen zu haben.

Von Nadine Maaz

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