Neuregelung sieht künftig regelmäßige Befragungen vor

Mehr Menschen sollen Organspender werden

Hersfeld-Rotenburg. Die Bereitschaft der Menschen zu einer Organspende soll künftig regelmäßig abgefragt werden: Darauf haben sich die Spitzen der Bundestagsfraktionen geeinigt (siehe Hintergrund).

Fachleute aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg bewerten den Vorschlag als durchaus positiv. So bezeichnete Prof. Dr. Christian Vallbracht, Leiter der Kardiologie im Herz- und Kreislaufzentrum Rotenburg (HKZ), die Neuregelung als einen „kleinen Schritt in die richtige Richtung“. Durch die Regelung könnte die Spendenbereitschaft erhöht werden – ob große Effekte eintreten, bleibe aber abzuwarten, so Prof. Vallbracht, der selbst einen Organspendeausweis besitzt.

Auch Martin Ködding, Geschäftsführer des Klinikums Bad Hersfeld, sieht die neue Regelung als „durchaus nützlich an“. Da immer noch deutlich mehr Menschen auf der Warteliste stehen als Organe gespendet werden, müsse diese Diskrepanz verringert werden, sagt Ködding, der selbst bereit zur Organspende ist.

Allerdings, so Ködding, müsste neben der regelmäßigen Abfrage der Spendenbereitschaft auch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden. So könne man die Zahl der Spender zusätzlich erhöhen.

Während es keine genauen statistischen Werte für den Landkreis gibt – es existiert im Kreis auch kein Transplantationszentrum – spricht Ködding von einer jährlichen Zahl von Spendern im „kleinen einstelligen Bereich“.

Die neue Lösung sei auch ein geeigneter Weg, um „die Auseinandersetzung mit dem Thema aktiv zu fördern“, erklärt Prof. Dr. Günter Kirste, Medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Die meisten Menschen würden im Bedarfsfall eine Organspende dankbar annehmen, von daher sei es legitim, jeden einzelnen Bürger nachdrücklich – und wenn nötig regelmäßig – aufzufordern, seine Entscheidung zu treffen, so der Vorstand. Seite 2

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Von Reemt Bernert

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