Das neue Bettenhaus Ost verbindet hohe Funktionalität mit hotelähnlicher Atmosphäre

Mehr als nur Medizin

Schlüsselübergabe vor dem neuen Bettenhaus: von links Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, Ministerialdirigent Jörg Osmers, Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Markus Horn, Pflegedirektorin Karin Otto-Lange, Geschäftsführer Martin Ködding und Architekt Mathias Kirschner. Foto: Manns

Bad Hersfeld. Vielleicht ist es ja ein gutes Omen, dass das Klinikum mit seinem neuen Bettenhaus aus der Luft betrachtet jetzt in etwa die Form eines Kreuzes hat. Darauf wies Monsignore Bernhard Schiller in seinen Segensworten zur Einweihung des Neubaus hin. Sein evangelischer Amtsbruder Volker Drewes ergänzte: „In einer Klinik wirken nicht nur medizinisch-wissenschaftliche Kräfte.“

Wohl war. Vor allem aber geht es im deutschen Gesundheitswesen um Geld. Beim Konkurrenzkampf der Kliniken ist neben göttlichem Beistand daher vor allem die ordnende Hand der Politik gefragt. Das machte Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt in einer eindringlichen Rede zur Einweihungen deutlich.

Verdrängungswettbewerb

Er appellierte an das Gesundheitsministerium, einen ruinösen Verdrängungswettbewerb zu verhindern und auch öffentlich-rechtlichen Krankenhäusern, wie dem Klinikum, durch eine sachgerechte Refinanzierung das Überleben zu ermöglichen.

Diesen Ball nahm Ministerialdirigent Jörg Osmers vom Gesundheitsministerium gern auf. Normalerweise sei er als Krisenmanager seines Ministers unterwegs, um Krankenhäuser aus Schieflagen zu befreien. Umso mehr freute er sich, nun endlich mal zu einem erfreulichen Ereignis wie der Einweihung sprechen zu dürfen. Er würdigte den „drängenden Charme“ von Klinik-Geschäftsführer Martin Ködding und die „fordernde Erwartung“ des Landrats.

Unser Träger, der Kreis, trägt uns wirklich.

Martin Ködding

„Es ist richtig, dass Sie sich für Ihr Klinikum einsetzen, aber es gibt noch andere Landkreise, Städte und Krankenhäuser in Hessen“, sagte er mit milder Ironie. Gleichwohl versicherte er, das Land werde versuchen, das Mögliche zu realisieren. Damit reagierte er auf die Mahnung des Landrates, auch die weiteren rund 40 Millionen Euro Fördergeld für den abschließenden Ausbau des Klinikums bereitzustellen. Trotz des hart umkämpften Gesundheitssektors – am gestrigen Tag gab es vor allem Lob und Dank zu hören. Gewürdigt wurde besonders die Arbeit des Heringer Architekturbüros Kirschner, das bei dem Bettenhaus-Neubau die Funktionalität und kurze Wege vornan stellte. Trotzdem sind in dem Neubau „hotelähnliche Zimmer“ entstanden, die nach den modernsten Standards gestaltet wurden.

Dank sagten alle Redner auch für die großzügige Förderung durch Land und Kreis, durch die die 25-Millionen-Euro-Investition überhaupt erst möglich wurde. Geschäftsführer Martin Ködding lobte die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Kreisgremien. „Unser Träger, der Kreis, trägt uns wirklich.“

Landrat Schmidt betonte, dass der Kreis bisher keine Betriebskostenzuschüsse für das Klinikum zahlen musste, sondern nur Investitionen unterstütze. Ein Beweis für die Wirtschaftlichkeit des Hauses.

Ab Anfang kommenden Jahres beginnt nun der Umzug in die neuen Stationen – helle, großzügige Räume, in denen helles Holz für eine warme Atmosphäre sorgt. Trotzdem will wahrscheinlich niemand freiwillig auf die neue Intensivstation. Deshalb gibt es am kommenden Sonntag, 2. Dezember, auch für Kerngesunde die Möglichkeit, bei einem Tag der offenen Tür zwischen 11 und 15 Uhr das neue Bettenhaus zu besichtigen.

Von Kai A. Struthoff

Schlüsselübergabe für neues Bettenhaus am Klinikum

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