In Bad Hersfeld werden die Laternen schrittweise auf LED-Technik umgerüstet

Mehr Licht, weniger Strom

Über den Dächern des Johannesbergs: Elektriker Winfried Lehn montiert im Arbeitskorb des Hubsteigers eine neue LED-Leuchte auf den Zehn Meter hohen Laternenmast. Unser Bild entstand an der Kreuzung von Kiefernallee, Lindenweg und Schwarzdornweg. Foto: Eisenberg

Bad Hersfeld. Winfried Lehns Arbeitsplatz liegt derzeit zehn Meter über dem Stadtteil Johannesberg. Mit der Ratsche löst der Elektriker von den Bad Hersfelder Stadtwerken die Verschraubung und nimmt das bemooste Laternengehäuse von der Spitze des Mastes ab.

Bevor er den deutlich flacheren LED-Balken aufsetzt, entwirrt er dessen Kabel und lässt es im Inneren des Mastes hinuntergleiten. Das Anschließen an die Stromversorgung übernimmt ein Kollege am Boden. Der prüft mit geübtem Blick aus einigen Metern Abstand auch, ob die LED-Lampe im rechten Winkel ausgerichtet ist.

So wie derzeit im Stadtteil Johannesberg, sollen in den kommenden Jahren alle 5300 Straßenlaternen in Bad Hersfeld und den Stadtteilen auf die energiesparende LED-Technik umgerüstet werden. Ausgetauscht wird abschnittsweise, der Johannesberg ist nach Mitteilung der Stadt die erste flächendeckende Einheit. Dort sind zuerst die zehn Meter hohen Masten an den Durchfahrtsstraßen an der Reihe.

Bis Ende 2016

Anschließend sollen auch die Leuchten in fünf Metern Höhe getauscht werden. Bis Ende 2016 oder Anfang 2017 wird der gesamte Johannesberg vollständig mit LED-Leuchten ausgestattet sein, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Viele Vorteile

Mehr als 400 Leuchten sind bisher schon ersetzt worden. An der Homberger Straße ist die neue Technik beispielsweise schon im Einsatz. Von der Umrüstaktion verspricht sich die Kreisstadt zahlreiche Vorteile. Derzeit werden für die Straßenbeleuchtung etwa 1,95 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr benötigt. Bis zu 60 Prozent dieses Strombedarfs soll künftig eingespart werden. Zudem werden alle Laternen auf dem Gebiet der Kreisstadt in Zukunft die ganze Nacht leuchten – ab einer bestimmten Uhrzeit mit reduzierter Leistung. Außerdem falle für Wartung und Lagerung deutlich weniger Aufwand an. Die Gewährleistung für jede der neuen Lampen beträgt 50 000 Stunden, was etwa zwölf Jahren entspreche. Verantwortlich für den Austausch sind der technische Angestellte Frank Stutz und Fachbereichsleiter Martin Bode, die sich eng mit dem städtischen Klimaschutzbeauftragten Guido Spohr abstimmen. Kooperationspartner sind die Mitarbeiter der Stadtwerke und die Bad Hersfelder Firma Elektro Hess.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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