Schärfere Überprüfungen gegen Schwarzfahrer sollen Einnahmen steigern

Mehr Kontrollen bei Cantus

Hersfeld-Rotenburg / Kassel. Die Cantus Verkehrsgesellschaft und die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) sagen Schwarzfahrern den Kampf an. Die Kontrollen gegen Gäste ohne Ticket werden nach Unternehmensangaben künftig deutlich ausgeweitet.

NVV-Sprecherin Sabine Herms bestätigt, dass ab Dezember 2016 bei 30 Prozent aller Cantus-Fahrten kontrolliert werde. Das sei im neuen Vertrag zwischen dem NVV und Cantus festgeschrieben. Hinzu sollen zusätzliche Kontrollaktionen in Zusammenarbeit mit der Polizei kommen.

Derzeit werde bei 25 Prozent der Cantus-Fahrten nach Fahrscheinen gefragt. Die Züge fahren auf den Strecken Kassel–Fulda, Bebra–Eisenach und Fulda–Göttingen durch den Kreis Hersfeld-Rotenburg. Laut Herms sind bei Cantus 20 festangestellte Kontrolleure im Einsatz.

Wichtig für Pendler und Ausflügler, die nach Norden fahren: Bereits jetzt kontrolliert die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft verstärkt in ihren Bussen und Straßenbahnen. „Wir haben ein neues Konzept, mit dem wir ohne zusätzliches Personal die Zahl der Prüfungen erhöhen“, sagt Sprecherin Heidi Hamdad.

Das Ziel der KVG ist es, pro Jahr künftig 300 000 Fahrgäste mehr zu überprüfen. Bisher seien es 600 000 im Jahr gewesen, so Hamdad. Erwischt wurden durchschnittlich 7200 Ticketlose pro Jahr. Die Schwarzfahrerquote liegt laut KVG bei bis zu 1,5 Prozent, der tatsächliche Anteil wird auf drei bis fünf Prozent geschätzt.

Bis zu zwei Millionen Euro entgehen dem Unternehmen durch Schwarzfahrer jährlich, sagt Hamdad. Angesichts von 16,8 Millionen Euro Verlust im vergangenen Jahr spricht Hamdad offen von finanziellen Motiven bei der Erhöhung der Kontrollen.

Mit dem neuen Konzept will die KVG die Schwarzfahrerquote um einen Prozentpunkt senken und die Einnahmen um bis zu 400 000 Euro im Jahr steigern. (hof/mcj)

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