Kinderhaus in der Hainstraße erweitert Raumkapazitäten und Betreuungsangebot

Mehr Kinder, mehr Platz

„Wer will die fleißigen Handwerker sehn?“ sangen die Kinder, die zuvor mit ihren Kinderscheren ordentlich zu tun hatten, bis das rote Band vor den Erweiterungsräumen durchschnitten war. Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Das Kinderhaus in Bad Hersfeld hat sich vergrößert. Bad Hersfelds privater Kindergarten, der vor 34 Jahren aus einer Elterninitiative entstand, weihte gestern offiziell zwei neue Räume ein. Die räumliche Erweiterung sei die Voraussetzung dafür gewesen, auch mehr und jüngere Kinder aufnehmen zu können, erläutert Peter Schneider, stellvertretender Vorsitzender des Trägervereins.

Inzwischen besuchen 18 Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren das Kinderhaus. Vor der Erweiterung waren es nur zwölf. Die Kinder werden von drei Erzieherinnen betreut. Es gibt eine Gruppe, doch ist es möglich, mit den Kindern in altersspezifischen Kleingruppen zu arbeiten.

„Zwei kleine Zimmer mehr, das klingt zunächst nach nicht viel“, räumte die Vereinsvorsitzende Julia Klas ein. Doch tatsächlich stecken etwa eineinhalb Jahre Arbeit und Aufwand hinter dem Projekt, das zunächst einmal im Verein reifen, von der Stadt genehmigt und aus Landesmitteln unterstützt werden musste, bevor Handwerker, Eltern und Erzieherinnen in vielen Arbeitseinsätzen die Räume hell, freundlich und kindgerecht gestalten konnten. 158 Stunden ehrenamtlicher Arbeit haben die Eltern investiert, erläuterte Klas. 13 500 Euro kostete die Erweiterung.

Sie dankte allen herzlich, die das Projekt unterstützt und seine Verwirklichung ermöglicht haben, unter anderem der Stadt, die dem Kinderhaus die Räume mietfrei zur Verfügung stellt.

Bürgermeister Hartmut H. Boehmer, der den privaten Kindergarten zum ersten Mal besucht und mit Horst Gerlich, Rudi Dahinten und Tina Schäfer auch gleich die für die Kindergärten zuständigen Mitarbeiter seiner Verwaltung mitgebracht hatte, freute sich, dass dank dieser Initiative Arbeit in ein städtisches Gebäude investiert und dessen Wertschöpfung so erhöht worden sei.

Das Kinderhaus empfindet sich übrigens nicht als Konkurrenz zu den städtischen und kirchlichen Einrichtungen, sondern vielmehr als Bereicherung des Angebotes. Es gebe durchaus Eltern, die sich bewusst für den Standort Bad Hersfeld entschieden, weil es hier ein breit gefächertes Kinderbetreuungsangebot gebe, betonte Schneider.

Daran arbeitet auch die Stadt mit großen Eifer. Die Aufträge für den großen Amazonia-Kindergarten, der 920 000 Euro kosten soll, seien inzwischen vergeben worden, berichtete Bürgermeister Boehmer.

Er hält zudem eine engere Zusammenarbeit zwischen dem Kinderhaus und den beiden unmittelbar angrenzenden städtischen Kindergärten für sinnvoll.

Von Christine Zacharias

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