Ex-Chef der Hersfelder Sinti und Roma zu Freiheitsstrafe verurteilt

Mehr als 40 000 Euro Vereinsgeld veruntreut

Bad Hersfeld. Mehr als 40 000 Euro aus dem Vermögen des Verbandes der Bad Hersfelder Sinti und Roma hat dessen ehemaliger Vorsitzender in den Jahren 2009 und 2010 veruntreut und für private Zwecke verwendet.

Dafür verurteilte das Schöffengericht am Bad Hersfelder Amtsgericht den 35-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Daneben verhängte das Gericht 260 Stunden gemeinnützige Arbeit und als symbolische Schadenswiedergutmachung die monatliche Zahlung von zehn Euro an die Stadt Bad Hersfeld.

Die hatte dem als gemeinnützig anerkannten Verein immer wieder Zuwendungen bewilligt und ausgezahlt, obwohl der geforderte Verwendungsnachweis nie erbracht wurde. Kaum war das Geld überwiesen, hob es der Vorsitzende von den beiden Vereinskonten, auf denen auch das Kindergeld und die Hartz-IV-Bezüge des Angeklagten landeten, auch schon wieder ab.

Angeblich bezahlte er damit die Schulden, die seine drogensüchtige Frau angehäuft haben soll, und Freundschaftsdienste wie die Übernahme des Leasingsvertrages für den BMW eines Bekannten. Diesen Sachverhalt bewertete das Gericht unter Vorsitz von Richter Michael Krusche als gewerbsmäßige Untreue in insgesamt sieben Fällen. Den Verdacht, dass der Verband 2008 schon mit Blick auf finanzielle Unterstützung aus öffentlichen Mitteln gegründet worden sei, versuchte der ansonsten geständige Angeklagte mit dem Hinweis auf Veranstaltungen zu zerstreuen, die dem Vereinsziel von gegenseitigem Verständnis und dem Abbau von Vorurteilen diesen sollten.

„Ihrer Sache haben Sie einen Bärendienst erwiesen,“ sagte Staatsanwältin Christina Dern und Richter Krusche resümierte: „Die Vorurteile, die er bekämpfen wollte, wurden so bestätigt – das ist das Fatale.“ Das Urteil wurde sofort rechtskräftig. zum Tage

Von Karl Schönholtz

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