Hessencampus integriert seit drei Jahren die Angebote verschiedener Einrichtungen

Mehr Bildung für Erwachsene

Hersfeld-Rotenburg. Bildung endet nicht mit dem Berufsabschluss. Auch Erwachsene sollen sich gut bilden können – am besten ein Leben lang. Dieses Ziel verfolgt der Hessencampus Hersfeld-Rotenburg seit drei Jahren.

Der Zusammenschluss von Aus- und Weiterbildungseinrichtungen im Landkreis will die verschiedenen Angebote besser verknüpfen. „Wir sind auf dem besten Weg, die wichtigsten Bildungspartner zu integrieren“, sagt Thomas Bös.

Der Leiter der Schule für Erwachsene Osthessen koordiniert den Hessencampus. Zu den Bildungspartnern gehören neben seiner Schule die Beruflichen Schulen in Bebra und am Obersberg in Bad Hersfeld, der Internationale Bund und die Kreis-Volkshochschule. Auch das Staatliche Schulamt hat signalisiert, beitreten zu wollen.

Dreiteilung nach einem Jahr

Gegründet wurde der Hessencampus im Jahr 2007 für ganz Osthessen. Ein Jahr später wurde er dreigeteilt für die Kreise Hersfeld-Rotenburg, Fulda und Vogelsberg. Ähnliche Einrichtungen gibt es hessenweit 21 Mal. Für das lebenslange Lernen, so das Schlagwort, gibt es Geld vom Land Hessen. „Der Hessencampus ist der Versuch, die Mittel für Bildung effektiver zu nutzen“, sagt Bös.

Ein Schwerpunkt der Arbeit in Hersfeld-Rotenburg liegt darauf, die Bildungsangebote den ländlichen Verhältnissen anzupassen. Ein Leitprojekt beschäftigt sich mit neuen Lernortkonzepten. Schon jetzt können Studenten der Beruflichen Schule Obersberg einen Teil ihres Unterrichts in der Außenstelle in Heimboldshausen besuchen. Er wird elektronisch dorthin übertragen.

Bisher wurden etwa 400 Unterrichtsstunden auf diese Weise gehalten. Die Studenten müssen nicht mehr täglich nach Bad Hersfeld fahren. Doch das Angebot könne auf andere Angebote, sogar auf kulturelle Veranstaltungen ausgeweitet werden.

Individuelle Beratung

Bei der Bildungsberatung geht es darum, verschiedene Angebote zu integrieren. Wer früher eine Weiterbildung für Erwachsene suchte, bekam je nach Einrichtung eine andere Antwort. Beim Hessencampus hingegen kommen alle Möglichkeiten auf den Tisch und werden je nach Bedürfnis des Suchers empfohlen.

Aber der Hessencampus sorgt auch dafür, dass die Bildungseinrichtungen besser miteinander arbeiten. An den Beruflichen Schulen in Bebra müssen alle Studenten, ganz gleich von welchem Fach sie sind, ein Unterrichtsmodul über nachhaltige Energien belegen. In einem weiteren Leitprojekt tritt der Hessencampus als Vermittler auf, dieses Modell auf andere Einrichtungen zu übertragen.

„Bisher ist die Erwachsenenbildung nicht so strukturiert wie etwa die klassische Schulbildung“, sagt Bös. Aber der Hessencampus sei auf einem guten Weg, diese Verhältnisse zu verbessern. (mcj)

Kommentare