Handwerk fordert Erleichterung bei Vergabe

Mehr Aufträge für heimische Firmen

Heinrich Gringel, Präsident der Handwerkskammer Kassel.

Die Erleichterung bei der Vergabe von Aufträgen an das Handwerk müsse über das Konjunkturprogramm hinaus verlängert werden. Das hat der Präsident der Handwerkskammer Kassel, Heinrich Gringel, beim Frühjahrsempfang in Bad Hersfeld gefordert. Ziel sei, heimische Unternehmen bei Aufträgen besser zu berücksichtigen. Das unterstützte auch Wirtschaftsminister Dieter Posch: „Wir wollen, dass Aufträge in der Region bleiben.“ Die Forderung Gringels müsse allerdings auf europäischer Ebene besprochen und geregelt werden.

Gringel betonte, das Handwerk sei Teil des Aufschwungs, „den die Region genommen hat“. Das Handwerk sei eine der stabilsten Säulen der Wirtschaft. Allerdings, schränkte der Ziegenhainer Bauunternehmer ein, „geht mir und meinen Kollegen der Optimismus, mit dem wir in das Jahr gestartet sind, langsam verloren: Neue Debatten um eine Mehrwertsteuererhöhung können wir im Moment gar nicht brauchen.“ Eine solche Erhöhung sei aus Sicht des Handwerks ein Konjunkturprogramm für die Schwarzarbeit.

Finanzlage dramatisch

Bund, Land und Kommunen werden nach Auslaufen der Konjunkturprogramme ihre Investitionen stark zurückfahren müssen, formulierte Gringel. Bereits heute sei die finanzielle Situation der Kommunen so dramatisch, dass sie kaum Gestaltungsspielraum für dringend notwendige Infrastrukturvorhaben hätten. Das habe direkte Auswirkungen auf die Handwerksbetriebe. Schon heute würden dringende Vorhaben nicht umgesetzt, „weil die Aufsichtsbehörden die Notbremse ziehen“. (m.s.)

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