Hersfelder Berufsschüler arbeiteten für drei Wochen im italienischen Senegallia

Meeresfrüchte und Pasta

Wie eine große Familie: Rene Weishaar (Zweiter von rechts), Franziska Wilzmann (Dritte von rechts) und Nistrihn Günes (Sechste von links) mit dem Personal des Hotel Cristallo in Senegallia. Foto: nh

BAD HERSFELD. „Ich versuche ab sofort, die italienische Mentalität in meinen Alltag einzubringen“, sagt Rene Weishaar mit einem Lachen. Der 18-jährige Berufsschüler hat im vergangenen Monat etwas erlebt, wovon viele seiner gleichaltrigen Kollegen nur träumen. Gemeinsam mit zwei Mitschülerinnen der Beruflichen Schulen Obersberg war er als Teilnehmer des Leonardo-Projekts für drei Wochen in Italien und lernte dort Land, Leute und das italienische Arbeitsleben kennen.

„Wie eine kleine Familie“

Rene und seine Kollegin Franziska Wilzmann, beide angehende Köche, sowie Nistrihn Günes, die eine Ausbildung zur Hotelfachfrau absolviert, erlebten im italienischen Senegallia das bis dato wohl größte Abenteuer ihres noch jungen Lebens. Im Hotel Cristallo wohnten und arbeiteten die Berufsschüler drei Wochen lang mit und nahmen viele spannende Eindrücke mit nach Deutschland.

Allein im Ausland, das kann mitunter ganz schön anstrengend sein, wie Franziska Wilzmann berichtet. „Wir konnten zwar ein bisschen Italienisch, haben uns aber eher mit allen möglichen anderen Mitteln verständigt. Trotzdem wurden wir vom Hotelpersonal super aufgenommen und waren schon fast eine kleine Familie.“ Heimweh kam bei ihr nicht auf: „Klar habe ich abends schon meinen Freund vermisst, aber sonst hat mir Deutschland nicht gefehlt“, erklärt die 20-Jährige schmunzelnd.

Allzu viel Zeit zum Grübeln hatten die deutschen Auszubildenden aber ohnehin nicht, denn das Programm in Italien war prall gefüllt. So standen die Verarbeitung von frischen Meeresfrüchten, die Zubereitung von Pasta und Soßen und natürlich auch das Kennenlernen des Landes auf dem Plan. Langeweile kam da nicht auf. „Dadurch, dass wir an der Arbeit gut zu tun hatten, fiel mir persönlich auch die Anpassung in Italien nicht wirklich schwer“, bestätigt Rene.

Auch wenn sie Deutschland nur für drei Wochen verlassen hatten, fielen den angehenden Köchen gravierende Unterschiede zwischen Italien und ihrem Heimatland auf. „Die Leute dort sind einfach sehr entspannt und so freundlich. Davon könnten sich die Deutschen eine Scheibe abschneiden und einfach mal das Leben genießen“, fällt den Beiden auf. Eine Tatsache, die sie im deutschen Alltag vermissen.

Tolle Erfahrung

Eines ist jedoch sicher: Den dreiwöchigen Ausflug ins italienische Arbeitsleben werden alle Beteiligten so schnell nicht vergessen. „Ich kann jedem nur empfehlen, ins Ausland zu gehen. Sowohl fachlich als auch persönlich war der Trip eine tolle Erfahrung für mich, ich habe viel gelernt“, schwärmt Franziska Wilzmann.

Und allzu lange dauert es nicht mehr, bis sie und ihr Kollege Rene nach Italien zurückkehren: Nach Beendigung ihrer Ausbildung wollen die Beiden für drei Monate erneut ins Land von Pizza, Pasta und Co.. Der Austausch

Von Kevin Hildebrand

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