Kreis Fulda fördert Ausbildung – Hersfeld prüft Unterstützung

Medizin-Studium in Kassel für die Region

Kassel/Hersfeld-Rotenburg. Die Pioniere sind weiblich. Unter den 19 Studierenden des ersten Jahrgangs der Kasseler Medizin-Uni ist nur ein einziger Mann. Mitte September beginnt die Ausbildung in Kassel, eine Woche später in Southampton/England.

Das Angebot der am Klinikum der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) gegründeten „Kassel School of Medicine“, ab dem Wintersemester 2013 ein innovatives europäisches Medizin-Studium zu absolvieren, fand großes Interesse. „Wir hatten 40 000 Kontakte mit Interessenten“, sagt Dr. Christian Unzicker, ärztlicher Leiter des Tumorzentrums am Klinikum und mitverantwortlich für den Aufbau des Studiengangs. 185 Bewerber erfüllten die hohen Anforderungen – zum Beispiel fließendes Englisch und hohe soziale Kompetenz. Gefordert war mindestens ein Abischnitt von 1,6. „Aber wir haben auch 1,0-Kandidaten rausgeworfen“, sagt GNH-Vorstandschef Dr. Gerhard M. Sontheimer.

48 Bewerber wurden zu Vorstellungsgesprächen eingeladen, 35 Kandidaten blieben übrig, die als qualifiziert eingeschätzt wurden. Weil sich einige doch für andere Angebote entschieden, wurden statt der geplanten 24 zum Start nur 19 Studierende aufgenommen.

Zwei haben ein Stipendium des Landkreises Fulda für die Studiengebühren von jeweils 60 000 Euro in fünf Jahren bekommen. Der Kreis Fulda hofft, dass sie später als Ärztinnen im Raum Fulda tätig werden. Sonst müssten sie das Geld zurückzahlen. Auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg laufen Überlegungen in diese Richtung. Bisher ist zwar noch kein Stipendium vorgesehen, dies sei aber eine Möglichkeit, dem Ärztemangel zu begegnen, erklärte Kreis-Pressesprecher Michael Adam. Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt will das Thema in der Hausarzt-Akademie und im Moro Arbeitskreis Gesundheit behandeln.

Studierende, die ein Darlehen für die Studiengebühr aufnehmen müssen, erhalten günstige Kredite bei Sparkassen und Banken. (ach/ank) HINTERGRUND/ZUM TAGE

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