Büromöbelmarkt zieht wieder an den Hanfsack – Starker Partner Kaut-Bullinger

Mattheus bleibt in der Stadt

Traditionsgeschäft: Die Firma Mattheus gibt es seit 125 Jahren in Bad Hersfeld. Das Ladengeschäft wird auch weiterhin Mattheus heißen. Fotos: Zacharias

Bad Hersfeld. Die Firma bleibt, die Rahmenbedingungen haben sich geändert: Die Georg Mattheus GmbH hat zum 1. Januar ihre Vertriebsaktivitäten auf die Kaut-Bullinger-Gruppe aus Taufkirchen bei München übertragen. Das hat Geschäftsführerin Claudia Leimert jetzt ihren Kunden mitgeteilt.

Mit dem neuen Partner ändert sich zum Jahresbeginn auch die Organisation in Bad Hersfeld. Der Büro-Fachmarkt wird aus dem ehemaligen Kasernengelände auf der Hohen Luft wieder zurück in die Stadt ziehen und zwar in das Fachwerkgebäude am Hanfsack, wo er auch früher schon beheimatet war. Das Gebäude gehört der Firma Mattheus.

„Der Name ändert sich, aber die Ansprechpartner bleiben gleich“, betont Claudia Leimert. Das Schreibwarengeschäft in der Weinstraße wird weiterhin unter Mattheus firmieren, der neue Bürofachmarkt dann allerdings Kaut-Bullinger heißen.

Mitarbeiter übernommen

Die Mitarbeiter in Bad Hersfeld, insgesamt zwölf, von denen aber mehrere in Teilzeit arbeiten, werden übernommen. Für die Kunden wird sich, davon ist Claudia Leimert überzeugt, das Angebot verbessern. Entlassungen wird es allerdings in Kassel geben. „Alles, was zentralisiert werden kann, wird zentralisiert“, erklärt Leimert. Geschlossen wird zudem zum Jahresende das Geschäft in Eisenach.

„Wir machen“, so erläutert die Geschäftsführerin, „95 Prozent unseres Umsatzes im gewerblichen Bereich.“ Und dort gebe es eine starke Tenzen zur Konzentration. Die Wettbewerber und auch die Kunden würden immer größer.

Mit der Größe der Firmen wachse auch die Erwartung an die Leistungsfähigkeit der Geschäftspartner. „Wir sind leistungsfähig“, betont Claudia Leimert. Bei europa- oder weltweiten Belieferungen stoße ein mittelständisches Unternehmen aber an seine Grenzen. Sie hat zudem festgestellt, dass große Kunden einem kleinen Unternehmen diese Leistungsfähigkeit nicht zutrauten und ihrerseits von großen Händlern beliefert werden wollten.

„Wir sind derzeit noch gut aufgestellt, sehen aber, was kommen wird“, erklärt Leimert. Deshalb habe man beschlossen, rechtzeitig nach einem starken Partner zu suchen. Mit Kaut-Bullinger aus Taufkirchen bei Münschen habe Mattheus den Traumpartner gefunden, ist Claudia Leimert überzeugt. Das Unternehmen sei der Branchenprimus, sei im Familienbesitz und habe einen Jahresumsatz von 120 Millionen Euro – Mattheus setze dagegen sieben Millionen Euro im Jahr um. Während Mattheus 4000 Artikel auf Lager habe, könnten die Kunden nun auf 19 000 Artikel zurückgreifen und auch von der Preisgestaltung des größeren Unternehmens profitieren.

„Wir sind jetzt gut für die Zukunft gerüstet“, ist die Geschäftsführerin überzeugt, die in Zukunft als Filialleiterin weiterhin für die Kunden zuständig sein wird.

Von Christine Zacharias

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