Wanderausstellung ist noch bis heute zu Besuch an der Modellschule Obersberg

Mathematikum auf Reisen

Mathematik erleben: Professor Doktor Alfred Beutelspacher (rechts) gibt den Schülern der Modellschule Obersberg beim Lösen des Knobelspiels, das nicht so einfach zu lösen ist, wie es auf den ersten Blick scheint, Hinweise. Foto: Stein

Bad Hersfeld. Mathematik – wenn der Name dieser Wissenschaft genannt wird, verziehen viele Menschen ihr Gesicht und erklären, dass sie von Themen wie Integralen, Stochastik und Geometrie keine Ahnung haben. Professor Doktor Alfred Beutelspacher möchte dieser Reaktion entgegenwirken.

Die Wanderausstellung des 2002 von ihm gegründeten Mathematikums in Gießen, das schon rund 1,7 Millionen Besucher angelockt hat, ist derzeit an der Modellschule Obersberg (MSO) in Bad Hersfeld zu bestaunen. Die Schüler hatten bereits die Gelegenheit, die 20 Exponate des weltweit einzigen Mathematikmuseums mit ihren Klassen anzuschauen, die Ausstellung in Gießen bietet über 150 Experimente.

Seifenblase entdecken

Unter anderem gibt es die Riesenseifenhaut zu entdecken, ein mathematisches Phänomen, bei dem man sich komplett in eine riesige Seifenblase einhüllen lassen kann. Zur Einstimmung in das Thema führte Beutelspacher den Schülern im Audimax einige der Experimente vor, die dann in der Schule zum Mitmachen einluden. Gezeigt wurde außerdem, wie man komplexe Aufgaben, zum Beispiel 996 mal 885, ohne große rechnerische Fähigkeiten und ohne Taschenrechner lösen kann.

Hierzu nimmt man die Differenz von 996 zu 1000, also 4, und zieht diese von dem zweiten Faktor ab, also von 885, was 881 ergibt. Dieses Ergebnis kann man bereits als ersten Teil der Lösung notieren. Nun berechnet man die Differenz von 885 zu 1000, also 115. Diese Zahl wird mit der anderen Differenz, also 4, multipliziert, das Ergebnis lautet 460. Jetzt hat man bereits das Ergebnis der Aufgabe ermittelt, es lautet 881 460.

Das Besondere an den Exponaten sei, dass die zugehörigen Experimente einfach erscheinen, man jedoch trotzdem immer zu einem Stolperstein gelangt. „Durch die auftretenden Schwierigkeiten fängt man an, mit anderen Menschen über mögliche Lösungen nachzudenken und diese zu diskutieren“, sagte Beutelspacher. Nach einiger Zeit sollte dann der „Klick-Moment“ erreicht werden, der zu Spaß an der oft verhassten Mathematik verhelfen soll.

Die Ausstellung kann heute, Mittwoch, noch von 8 Uhr bis 16 Uhr in der Aula der Modellschule Obersberg besucht werden.

Von Lisa Marie Stein

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