FDP-Bürgermeisterkandidat Thomas Fehling stellt sein Wahlprogramm für Wirtschaft und Soziales vor

Masterplan für die Wohlfühlstadt

Mit Masterplan ins Rathaus: Thomas Fehling (FDP).

Bad Hersfeld. Bürgermeisterkandidat Thomas Fehling hat bei einem Pressegespräch sein Wahlprogramm für die Bereiche Wirtschaft und Soziales vorgestellt. Dabei übte er scharfe Kritik an der von Alt-Bürgmeister Boehmer eingeführten Zweitwohnungssteuer, die mit dafür verantwortlich sei, dass die Einwohnerzahl Bad Hersfelds sinke, weshalb die Immobilienpreise „im freien Fall“ seien. „Die Zweitwohungssteuer muss weg“, erklärte Fehling.

Der FDP-Politiker kündigte an, er wolle im Falle seines Wahlsieges die Wirtschaftsförderung und die Schaffung von Arbeitsplätzen zur „Chefsache“ machen. Die bisherigen Aktivitäten der Wirtschaftsförderer blieben deutlich hinter seinen Erwartungen zurück. Hier fehlten klare Vorgaben und Ziele. Fehling könnte sich auch vorstellen, aus der kreiseigenen Wirtschaftsförderung auszusteigen und „das zur Not selber zu machen“.

„Wir müssen viel mehr auf die Unternehmen zugehen“, fordert Fehling und plädierte dafür, den Standortvorteil verstärkt auszuspielen. „Wir haben hier die Logistiker, jetzt brauchen wir die Logistik-Nutzer“, sagte er. Fehling regt an, hier Firmen wie etwa Reperaturbetriebe anzusiedeln, die von den günstigen Anlieferungszeiten profitierten.

Fehling stellte einen so genannten Masterplan vor, der in drei Phasen auf insgesamt zehn Jahre angelegt ist. Er versprach mehr auf die hier ansässigen Mittelständler zuzugehen und ihnen zu helfen, denn ihnen sei der Großteil des Gewerbesteuereinkommens zu verdanken.

Außerdem will er gemeinsam mit hier ansässigen Unternehmern Netzwerke aufbauen. Zudem schlägt er die Gründung von Innovationsbeiräten vor, in denen IHK, Stadtmarketing, Handwerk und Wirtschaft gemeinsam Ziele verabreden und deren Umsetzung anschieben. Dazu gehöre auch die Bildung von Regionalfonds, um aufstrebenden Unternehmen finanziell zu helfen. „Das ist ein knallhartes Wirtschaftsinstrument, was auch Rendite abwirft“, erklärt er.

Fehling betonte erneut seine Kompetenz in Wirtschaftsfragen und dem internationalen Projektmanagement. Er kündigte an, von ihm selbst entwickelte Vorgehensmethoden in die Arbeit einzubringen.

Auch sozialpolitisch hat Fehling eine klare Vorstellung, wie Bad Hersfeld zu einer „Wohlfühlstadt“ für junge und alte Menschen werden soll. Er lobte ausdrücklich die bereits existierenden Angebote für Senioren, die beibehalten und noch ausgebaut werden sollen. Für junge Leute setzt er auf Aktivitäten wie Musikwettbewerbe und will sich für Probenräume und eine Veranstaltungshalle in der auch Rockkonzerte stattfinden können stark machen.

Er bekannte sich zur Integration der hier lebenden Menschen aus rund 80 Nationen und sprach von einer „Miteinanderpolitik“ die gegenseitiges Bemühen voraussetze. Fehling erklärte, er sei der einzige Kandidat, der ein „komplettes Paket für die Zukunft der Stadt“ anbiete. Bad Hersfeld habe gute Chancen, „aber sie müssen jetzt zielgerichtet und entschlossen angegangen werden“.

Von Kai A. Struthoff

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