Die Firma Grenzebach setzte für die „Kunst im Büro“ auf heimische Künstler

Maßgeschneiderte Kunst

Heidi Steinbach, Assistentin der Geschäftsführung bei Grenzebach BSH (links), und die Hersfelder Künstlerin Magdalena Gremm haben maßgeblich das künstlerische Konzept für die Innengestaltung des Firmengebäudes entwickelt. Verarbeitet wurden Materialien aus der Produktpalette der Firma, so wie hier Metall, Holz und Dämmstoffe. Immer wieder findet sich auch das Firmensymbol, das Grenzebach-G, in den Arbeiten. Fotos: Zacharias

Bad Hersfeld. Hier ein Picasso und da ein van Gogh. Kunstdrucke berühmter Maler schmücken viele Büros in großen und kleinen Firmen. Bei der Firma Grenzebach BSH in Bad Hersfeld ist das anderes. Dort gibt es maßgeschneiderte Kunst, hergetellt oft aus den Materialien, die bei Grenzebach verarbeitet werden und orientiert an den Firmenfarben schwarz, weiß, grau und rot.

Geschaffen wurden die Werke, die in ganz unterschiedlichen Formaten Treppenhäuser, Foyers und Büros schmücken, von heimischen Künstlern – ein Ausdruck der Verbundenheit des Unternehmens mit der Region.

Abenteuer Kunst

Die Innengestaltung des imposanten und architektonisch ansprechenden Neubaus war die Aufgabe von Heidi Steinbach, der Assistentin der Geschäftsleitung. Sie wünschte sich für die „Kunst im Büro“ ein ganzheitliches Konzept für das ganze Gebäude. Eine geeignete Partnerin dafür fand sie in Magdalena Gremm, damals noch Vorsitzende des Kunstvereins Bad Hersfeld, und einigen ihrer Künstlerkollegen aus dem Verein. Volker Dietz, Gerhard Zinn, Christian Kunert, Danuta Golonka und Christian Fieseler ließen sich auf das Abenteuer ein, Kunst nicht nur nach eigenen Vorstellungen, sondern entsprechend der Wünsche und Vorgaben ihrer Auftraggeber zu gestalten. Für viele eine ungewohnte Situation, bedeutete es doch, dass mitunter Entwürfe abgelehnt, Vorschläge nicht angenommen wurden, dass Arbeiten denjenigen, deren Büros sie zieren sollten, nicht gefielen.

Gemeinsam mit Heidi Steinbach entwickelte das Künstlerteam ein Gesamtkonzept aus Malerei, Grafik, Fotos und Objekten und ging die Aufgabe mit viel Elan an. Wichtig war es dem Unternehmen, dass die Produkte Gips, Holz, Dämmstoffe, Glas, Metall und Stoffe der Verfahrenstechnik auch in den Arbeiten vorkamen.

Für Magdalena Gremm bedeutete das zum Beispiel, dass sie immer wieder in der Fertigung unterwegs war und Abfälle einsammelte, dass sie mit den oft ungewohnten Materialien experimentierte, die sich auch einmal der gewünschten Bearbeitung widersetzten und immer neue Ideen ausprobierte.

Details aus dem Umfeld

Viele ihrer Gemälde zeigen dagegen Details aus dem Arbeitsumfeld der Grenzebach-Mitarbeiter – einen Ausschnitt der Tastatur, eine Kaffeetasse oder Zahnräder, die ineinander greifen. Die Abteilungsleiter durften sich Bilder wünschen, die auch ihre Hobbies widerspiegeln.

Innerhalb von vier Jahren entstanden so viele interessante Objekte in ganz unterschiedlichen Größen und Formaten, die sich in die Architektur einfügen, die dicht am täglichen Geschehen und der Erfahrungswelt der Mitarbeiter sind, die das Gesamtbild des Gebäudes lebendiger und den Arbeitsalltag ein wenig bunter machen. Maßgeschneiderte Kunst eben und nicht beliebige Reproduktionen.

Von Christine Zacharias

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