Bad Hersfeld grüßt Europa

Martin Schulz, Präsident des EU-Parlaments, eröffnet die 62. Bad Hersfelder Festspiele

Bad Hersfeld. Mit einem flammenden Plädoyer für ein starkes und einiges Europa hat der Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz, der auch Schirmherr der Festspiele ist gestern die 62. Bad Hersfelder Festspiele eröffnet.

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Die ökonomischen und ökologischen Herausforderungen der Zukunft seien nur zusammen zu bewältigen, sagte Schulz. Scharfe Kritik übte er an der Finanz- und Nahrungsmittelspekulation: „Der Profit der einen darf nicht der Hunger der anderen sein.“

Schulz räumte ein, dass Europa zurzeit in einem schlechten Zustand sei, „aber es wird gebraucht“, ist er überzeugt. „Wir müssen gemeinsam das seit dem Zweiten Weltkrieg Erreichte verteidigen.“ Festspiele wie die in Bad Hersfeld festigten die kulturelle Identität Europas, betonte Martin Schulz. Hessens neuer Wirtschaftsminister Florian Rentsch, der die Grüße der Landesregierung überbrachte, bezeichnete die Festspiele als ein herausragendes Kulturereignis – nicht nur in Deutschland, sondern in Europa. Europa sei nicht nur eine Wirtschaftsunion, sondern auch eine Wertegemeinschaft, die sich durch eine gemeinsame kulturelle Geschichte auszeichne. Rentsch bezeichnete Nordhessen als Kulturregion und stellte die Bad Hersfelder Festspiele dabei in eine Reihe mit der documenta 13.

Fotostrecke zur Festspieleröffnung

Eröffnug 62. Bad Hersfelder Festspiele

Auch Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling würdigte die europäische Ausrichtung der Festspiele durch das Projekt Europolis 2050, für das die Stadt von der Initiative „Land der Ideen“ sogar ausgezeichnet wurde. Fehling schlug aber auch eine Brücke zum Klimaschutz und berichtete von der Initiative „klimaneutrale Festspiele“, die die Energie- und CO2-Bilanz der Aufführungen untersuchen will.

Videobericht

Beim Festakt in der Stiftsruine, an dem auch EU-Parlamentarier, Bundestags- und Landtagsabgeordnete, der ungarische Botschafter Dr. Jósef Czukor, Bischof Martin Hein und Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt teilnahmen, kam natürlich auch die Kultur selbst nicht zu kurz. So trafen in einem „Zwischenspiel“ die Töchter des Königs Lear auf die Töchter des Milchmanns Tevje. Auch an das zweite Großereignis dieser Tage wurde erinnert: Jörg Reimers sendete einen Gruß der Theaterkonferenz an die Fußball-Europameisterschaft.

Den ganzen Tag hatten bereits Theatergruppen die Stadt in eine bunte Bühne verwandelt. Tänzer, Jongleure und Artisten zeigten ihre Kunst. Am Abend feierte dann „König Lear“ in der Regie von Holk Freytag Premiere.(kai/zac)

Fotostrecke Theaterfestival

Theaterfestival zur Eröffnung der 62. Bad Hersfelder Festspiele

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