Bauverwaltung widerspricht Darstellung der Fraktionsgemeinschaft – Ausschreibung

Markt-Umbau wie geplant

Zwischen dem verbreiterten Gehweg (links) und den Parkflächen auf dem Marktplatz ist noch Platz für beide: Auch wenn der Stadtbus am „Buskap“ hält, kommt noch ein Pkw daran vorbei – so sieht es die aktuelle Planung vor. Zeichnung: Planungsbüro Rausch

Bad Hersfeld. Die Neugestaltung der Südwestseite des Bad Hersfelder Marktplatzes wird jetzt wie geplant umgesetzt. Die Arbeiten für das 300 000 Euro-Vorhaben sollen nach einem einstimmigen Beschluss des Magistrats morgen ausgeschrieben werden. Dies erklärte Johannes van Horrick, Fachbereichsleiter der Technischen Verwaltung, gestern auf Anfrage unserer Zeitung.

Van Horrick widerspricht damit einer Darstellung der Fraktionsgemeinschaft Bad Hersfeld, deren Vorsitzender Hans-Jürgen Schülbe nach einer Informationsveranstaltung per Pressemitteilung verbreitet hatte, die Planung müsse erneut verändert werden. Die Verwaltung reagierte mit Verwunderung auf diese „Uminterpretation“.

Tatsächlich war die vom Fuldaer Städteplaner Steffen Rausch entworfene Vorlage nach einem Ortstermin auf Betreiben des parlamentarischen Ausschusses für Stadtplanung und Unwelt schon in mehreren Punkten modifiziert worden (unsere Zeitung berichtete). Die letzte gravierende Änderung betraf das sogenannte Buskap für den Stadtbus: Diese Ausbuchtung wird nun so bemessen, dass neben dem haltenden Linienbus Platz für einen vorbeifahrenden Pkw bleibt. Damit wurde beispielsweise einer Anregung des FWG-Stadtverordneten Wolfgang Bolender Rechnung getragen. Auch die Kreisverkehrswacht hatte hier Behinderungen für den fließenden Verkehr prophezeit.

Die befürchteten Staus seien nunmehr unwahrscheinlich, heißt es dazu in der Stellungnahme aus dem Technischen Rathaus. Van Horrick und sein Kollege Martin Bode, Fachbereichsleiter Technische Dienste, hatten den Stand der Dinge am Montag auf Einladung Schülbes im Multifunktionsraum der Stadtbibliothek erläutert.

Von den zahlreichen Besuchern der Informationsveranstaltung vorgetrage Anregungen waren zum Teil schon in der Verwaltung erörtert und aus fachlichen Gründen verworfen worden. Für ein weiteres Aufschieben der an Zuschüsse aus der Städtebauförderung gebundene Baumaßnahme besteht deshalb aus Sicht des Technischen Rathauses kein Anlass. Die Arbeiten müssen bis zum Jahresende vergeben sein, damit die zugesagten Landesmittel nicht gestrichen werden.

Vorschläge in Arbeit

Unabhängig von der baulichen Neugestaltung werden die Probleme mit den hier parkenden Reisebussen und den Fahrzeugen der Marktbeschicker behandelt. Hier seien noch keine Entscheidungen gefallen, aber mehrere Vorschläge in Arbeit, erklärte van Horrick, fügte jedoch hinzu: „Wenn ich am Markt wohne, gibt es nun einmal gewisse Unannehmlichkeiten.“

Auch der Behindertenbeirat ist mittlerweile mit der Planung einverstanden.

Schülbes Fraktionsgemeinschaft lehnt die Neuplanung auch nach den Erläuterungen durch die Verwaltungsmitarbeiter komplett ab. Sie will hier weder eine Bus- bzw. Lkw- Spur noch eine Ausbuchtung zugunsten des Stadtbusses. Dieser könne die jetzige Haltestelle vor der Bibliothek weiterhin gut nutzen, heißt es in besagter Pressemitteilung.

Von Karl Schönholtz

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